Grundsatzpapier des Wirtschaftsrats Das hat die Politik in der neuen Legislaturperiode zu leisten

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Digitalisierung

In einem Grundsatzpapier zur 20. Legislaturperiode stellt die Bundesfachkommission Digital Health des Deutschen Wirtschaftsrates Forderungen an die neue Regierung vor. Im Fokus steht dabei v.a. eine langfristige Strategie für die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Der Wirtschaftsrat fordert in einem Positionspapier eine langfristige Strategie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. – © dehweh (stock.adobe.com)

Die Pandemie hat uns die große Bedeutung einer modernen und funktionsfähigen Gesundheitsversorgung vor Augen gestellt. Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei Digital-Health-Anwendungen: „Sie optimieren herkömmliche Behandlungswege, ermöglichen neuartige Diagnosetechniken und Therapieformen und verbessern die Versorgung entscheidend“, heißt es seitens der Bundesfachkommission Digital Health des Deutschen Wirtschaftsrates. „Als Voraussetzungen betrachten wir eine sichere und leistungsfähige Telematikinfrastruktur und die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen“, erklärt Bernd Christoph Meisheit, Stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachkommission und Geschäftsführer, Sana IT Services GmbH. Nach dem Anschub für die Digitalisierung in der 19. Legislaturperiode gebe es weiterhin dringenden Handlungsbedarf.

In einem Grundsatzpapier zur 20. Legislaturperiode stellt die Bundesfachkommission Forderungen vor. So soll die künftige Regierung eine langfristige Strategie für die Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickeln, damit der Nutzen bei den Versicherten ankommt. Als zentrale Aufgabe der Politik betrachtet es die Kommission ferner, die angemessenen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Digitalisierung zu schaffen. Mit höchsten Sicherheitsstandards und Souveränität des Individuums, so das Paper, sei Datenschutz und Datensicherheit als Grundvoraussetzung zu gewährleisten. Zugleich solle der offene Umgang mit der Nutzung von Gesundheitsdaten gepflegt werden – in Abstimmung zwischen Versorgern, Forschern, Industrie und Datenschützern. Für digitale Anwendungen hat die Politik außerdem die Akzeptanz zu steigern, damit die Mehrheit der Versicherten tatsächlich auch diese Angebote in Anspruch nimmt.

Vor dem Hintergrund dieser Forderungen unterstreicht Meisheit den herausragenden Erfolgsfaktor: „Ubiquitär verfügbare Patientendaten aus bestehenden und neuen Quellen wie Wearables sind die Grundlage für die Versorgung der Zukunft. Sie ermöglichen ein vernetztes Leistungsangebot von Prävention, Akut- und Rehabehandlung, stationär und ambulant sowie Telemedizin und Homecare. Daten sollten in einem hoch sicheren Data Lake gesammelt und für den Zugriff an der richtigen Stelle in der Behandlungskette und in der Forschung verfügbar gemacht werden.“

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