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Ambulante Versorgung Das Genossenschafts-MVZ als Zukunftsmodell

Die Arbeitswelt im Gesundheitswesen wandelt sich – auch im Arztberuf. Eine Niederlassung ist keine Lebensentscheidung mehr. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind die boomende Alternative.

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Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als Alternative zur klassischen Einzelpraxis boomen und haben den Vorteil des engeren fachlichen Austauschs und der Nutzung von Synergieeffekten. MVZ werden fast ausschließlich in der Rechtsform einer GbR oder GmbH gegründet. Die Vorteile des Angestelltendaseins wie das fehlende unternehmerische Risiko, ein geringes Maß an Verwaltungstätigkeiten und feste Arbeitszeiten haben ihren Preis: Die Ärzte, die den unternehmerischen Erfolg erwirtschaften, sind insbesondere dann nicht oder nur teilweise an diesem beteiligt, wenn der Träger des MVZ eine Kapitalgesellschaft ist.

Das Genossenschafts-MVZ als goldene Lösung?

Gemäß § 95 Absatz 1a SGB 5 ist die Gründung von MVZ nicht nur als Personengesellschaft oder GmbH, sondern auch in der Rechtsform einer Genossenschaft möglich. Ein MVZ, für das die nachfolgenden drei Prinzipien gelten, könnte sich als Zukunftsmodell für die ambulante Versorgung von morgen herausstellen.

1. Das MVZ gehört den Mitarbeitern

Der Auftrag der Genossenschaft besteht darin, das MVZ hin zu einem exzellenten und rentablen Dienstleister und Arbeitgeber auszurichten. Die Mitarbeiter des MVZ erhalten (eventuell nach einer Probezeit) die Möglichkeit, einen Genossenschaftsanteil zu erwerben, der ihnen die Möglichkeit eröffnet, sich an unternehmerischen Entscheidungen des MVZ zu beteiligen. Nach Beendigung der Tätigkeit wird der Genossenschaftsanteil an die Genossenschaft zurückgegeben.

2. Leistung und Gegenleistung

müssen sich entsprechen

Die Gewinne werden nach einem leistungsorientierten Schlüssel an die Mitarbeiter ausgeschüttet, da diese schließlich die Kernleistung des MVZ erbringen. Unabhängig davon wird ein leistungsunabhängiges Grund­gehalt gezahlt.

Möglicher Kapitalbedarf wird durch Kredite gedeckt, wobei Möglichkeiten wie Crowdfunding oder öffentliche Förderungen berücksichtigt werden sollten. Die Kreditgeber erhalten, anders als bei Finanzinvestoren üblich, keine Gewinnbeteiligung. Die Genossenschafter erhalten ebenfalls keine Gewinnbeteiligung, sondern einen festen Zinssatz für den Genossenschaftsanteil.

3. Umfassendes

Organisationskonzept

Die sinnvolle Organisation eines allumfassenden MVZ besteht aus den drei Pfeilern Notfallversorgung, hausärztliche und fachärztliche Versorgung, die durch eine gute Vernetzung eine zeitgerechte und ganzheitliche Versorgung aller Patienten ermöglichen. Ziel ist es, jedem Patienten zu jedem Zeitpunkt die für ihn optimale Behandlung zu ermöglichen.

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