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Darmkrebs: deutlich weniger Klinikaufenthalte

Zwischen 2005 und 2012 sank die Zahl Betroffener um 21 Prozent, auch Chemotherapie und Bestrahlung gehen zurück und werden offensichtlich zunehmend von niedergelassenen Fachärzten angewendet, so Kassen-Vorstandsvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.

Dies lasse den Schluss zu, dass aufgrund gezielter Vorsorge Darmkrebs heute so früh erkannt werde, dass er seltener in der Klinik behandelt werden müsse. Man wolle die Impulse durch das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz vom Frühjahr dieses Jahres nutzen, um die Aufklärung weiter auszubauen. "Eigentlich ist ab 2017 geplant, routinemäßig zu Vorsorgeuntersuchungen einzuladen", so Schlenker. Die Barmer GEK werde dies voraussichtlich früher tun, "ein entsprechendes individualisiertes Einladungsverfahren wollen wir in Bayern erproben."

Mit jährlich rund 69.000 Neuerkrankungen ist Darmkrebs eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland, die oftmals tödlich verläuft. In den letzten sieben Jahren haben schonendere laparoskopische Operationstechniken stark an Bedeutung gewonnen, betont Prof. Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG). Ihr Anteil stieg von 5 auf 15 Prozent. Die Autoren verzeichnen steigende Fallkosten: "Die Kosten je Betroffenem für die Behandlung von Darmkrebs im Krankenhaus sind zwischen 2005 und 2012 um 21 Prozent gestiegen, von durchschnittlich 9.316 auf 11.314 Euro", so Bitzer.

Befragt wurden für den Report auch etwa 800 Patienten, die sich 2012 einer stationären Behandlung unterziehen mussten. Ein Drittel berichtete über Komplikationen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Behandlung – am häufigsten über Wundheilungsstörungen und Darmverschluss. "Selbstberichtetete Komplikationen gehen mit einer längeren Verweildauer und einer höheren Wahrscheinlichkeit einher, bereits während des Aufenthaltes erneut operiert werden zu müssen", sagt die ISEG-Vertreterin. Eine weitere Erkenntnis: Psychosoziale Aspekte der onkologischen Weiterversorgung werden häufig vernachlässigt. Nach Einschätzung der Befragten werden "patientenseitige Vorstellungen" nur gelegentlich berücksichtigt; Defizite gibt es auch angesichts der Einbindung in die Entscheidungsfindung oder der Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung.

Ausführliche Informationen sind zu finden unter https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/130723-Report-Krankenhaus/Report-Krankenhaus-2013.html?w-cm=CenterColumn_t302106

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