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Weltnichtrauchertag 2016 Dampfen statt Rauchen?

E-Zigaretten sind im Trend, zahlreiche Werbeplakate und TV-Werbung unterschiedlicher Anbieter spiegeln diese Entwicklung unübersehbar wieder. Die elektrischen Zigaretten sollen weniger gesundheitsgefährdend sein und sogar bei der Entwöhnung helfen können. Vielleicht eine Alternative zu den gefährlichen klassischen Zigaretten, die für täglich mehr als 300 Todesfälle in Deutschland verantwortlich sind? Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2016 hat HCM Fakten zum Rauchen in Deutschland gesammelt.

Dampfen statt Rauchen?
300 Menschen starben 2013 in Deutschland täglich an den Folgen des Rauchens. E-Zigaretten werden derzeit als "gesündere" Alternative zu den klassischen, gesundheitsgefährdenden Zigaretten gehandelt. Doch... -

Mehr als 90 Prozent der Lungenkrebs-Fälle werden durch Rauchen verursacht, sagt die Deutsche Leberstiftung. Laut der Deutschen Krebshilfe ist Tabakkonsum für etwa ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen verantwortlich. Auf der Website der Deutschen Krebsgesellschaft heißt es, dass 121.00 Menschen in Deutschland beispielsweise 2013 an den Folgen des Rauchens gestorben sind. Das sind rund 300 täglich. 13,5 Prozent aller Todesfälle in der Bundesrepublik waren damit durch das Rauchen bedingt. Dabei ist die Zahl der Raucher in Deutschland weiter rückläufig – eine gute Nachricht zum Weltnichtrauchertag am heutigen 31. Mai 2016, v.a. wenn man auf die Zahlen der Jugendlichen Raucher blickt. Noch in den 90er Jahren rauchten knapp 30 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen, heute sind es rund zehn Prozent. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft geht der Trend bei den Jugendlichen zwar weg von der klassischen Zigarette, dafür wird das Rauchen von Wasserpfeifen, E-Shishas und E-Zigaretten beliebter. 2015 sollen insgesamt knapp sechs Prozent der Deutschen E-Zigaretten zumindest einmal ausprobiert haben oder sie sind Konsumenten. Vor allem die Raucher unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen an den Produkten interessiert sein.

Einstiegsdroge E-Zigarette?

Laut der Frankfurt University of Applied Sciences ist die Nutzung von E-Zigaretten in mehreren europäischen Ländern in den vergangenen Jahren zum Trend geworden. Dabei wird in der E-Zigarette kein Tabak verbrannt. In der elektronischen, oft batteriebetriebenen Zigarette wird vielmehr eine (meist) nikotinhaltige Flüssigkeit (Liquid) verdampft. Experten streiten sich darüber, ob die E-Zigarette Verbraucher gefährdet oder sogar der Schadensminimierung des Tabakkonsums bzw. der Entwöhnung dienen kann. Prof. Dr. Hein Stöver, geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISSF) der Frankfurt University of Applied Sciences, erklärt dazu: „Die Erfolgschancen auf einen dauerhaften Rauchstopp mit der E-Zigarette wird von vier Prozent auf neun Prozent verdoppelt. Die Gefahr das E-Zigaretten ein Einstiegsprodukt sein könnten, ist gering: E-Zigaretten werden non Nichtrauchern eher selten probiert.“ Jugendliche sind laut Stöver entgegen der Aussagen der Deutschen Krebsgesellschaft sogar weniger daran interessiert. Auch die Gesundheitsgefährdung durch elektronische Dampferzeugnisse im Vergleich zu konventionellem Tabakkonsum schätzt Stöver geringer ein. Dennoch seien die elektrischen Glimmstängel „nicht völlig ohne Gesundheitsrisiken“, doch die Forschungslage dazu ist noch nicht ausreichend. Deshalb warnt Stöver auch vor einer Abgabe an unter 18-Jährige.

Lohnt der Rauchstop?

Die SymbioPharm GmbH hat anlässlich des Weltnichtrauchertages 2016 sieben gesundheitliche Fakten zusammengetragen, die zum Nichtrauchen bewegen sollen:

  1. Nach einen Rauchstop von 20 Minuten sinkt der Blutdruck und die Herzfrequenz.
  2. Nach zwölf Stunden senkt sich der CO-Anteil im Blut auf das Niveau des Spiegels eines Nichtrauchers, d.h. die Organe erhalten wieder mehr Sauerstoff.
  3. Nach zwei bis zwölf Wochen verbessert sich die Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion.
  4. Nach ein bis neun Monaten verbessern sich Husten und Kurzatmigkeit.
  5. Nach zwei Jahren entspricht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen fast dem eines Nichtrauchers.
  6. Nach fünf Jahren entspricht das Risiko für einen Herzinfarkt dem eines Nichtrauchers.
  7. Nach zehn Jahren halbiert sich das Risiko für Lungenkrebs im Vergleich zum Raucher.

Doch bis dahin ist es für viele Dauerkonsumenten noch ein weiter Weg. Laut Stöver kann die E-Zigarette ihnen aber als sogenannte Harm-Reduction-Maßnahme helfen, ihre Gesundheit weniger zu gefährden.

Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft, SymbioPharm, Deutsche Leberstiftung, Frankfurt University of Applied Sciences

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