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Cureus-Umfrage Insolvenz des Betreibers: Größtes Risiko für Investitionen in Pflegeheime

Was sind die größten Risiken bei Investitionen in Pflegeimmobilien? Die Frage stellte der auf Pflegeheime spezialisierte Projektentwickler Cureus in einer Online-Befragung. Das Ergebnis überrascht nicht, zeigt aber eine Richtung an.

Investitionen in Pflegeimmobilien sind seit Jahren gefragt. Der demografische Wandel und fehlende Plätze für pflegebedürftige Menschen machen eine Anlage in Gesundheitseinrichtungen lukrativ. Aber es gibt auch Risiken. Der Ausfall der Betreiberfirma birgt aus Sicht der Befragten dabei das größte Risiko – 70 Prozent der Teilnehmenden der Cureus-Umfrage sehen das so.

Gleich danach rangieren die Auswirkungen politischer Reglementierungen. 56 Prozent sehen etwaige neue Pflegegesetze oder die föderale Regelungsvielfalt als Hemmschuh, in eine Pflegeimmobilie zu investieren. Eine nachlassende Nachfrage nach Alten- und Pflegeunterkünften wird von den Befragten kaum in Betracht gezogen. Lediglich acht Prozent sehen hier ein Risiko.

Umfrage in sozialen Netzwerken

Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Das wurde allerdings vom Initiator auch nicht behauptet. Laut Cureus handelt es sich um eine quantitative Online-Befragung, zu der über soziale Netzwerke und Branchennewsletter aufgerufen wurde. Insgesamt 54 Teilnehmende aus der Immobilienwirtschaft haben den Fragebogen vollständig beantwortet, teilt Cureus in einer Pressemeldung mit. Bei der Mehrheit der Befragten handele es sich um Spezialisten aus dem Bereich der Gesundheitsimmobilien.

Nach wie vor attraktiv: Das Pflegeheim in Toplage

Den Ergebnissen der Umfrage zufolge stellt das klassische Pflegeheim das attraktivste Cluster für Investierende dar. Noch vor dem betreuten Wohnen oder Wohnstiften. Davon leitet Cureus auch für sich ab, den Fokus weiterhin auf vollstationäre Einrichtungen zu legen.

Als entscheidende Faktoren für den langfristigen Erfolg gilt die Kompetenz des Betreibenden und die Infrastruktur rund um eine Immobilie, also die Anbindung an den ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten oder ärztliche Versorgung, gleichermaßen.

Neu bauen statt Sanieren

Die Teilnehmenden sprechen sich eher für Neubauten, als für die Sanierung bestehender Immobilien aus, sehen aber mehrheitlich ein Problem in hohen Grundstückspreisen, gestiegenen Baukosten und langen Bearbeitungszeiten der Bauanträge durch die Kommunen.

Die Frage nach dem Gesellschaftlichen Bedarf an Pflegeheimen in den nächsten 20 Jahren wird von den Teilnehmenden am deutlichsten beantwortet: 82 Prozent sind der Meinung, dass der Bedarf zunehmen wird, nur zwölf Prozent glauben, dass sie Entwicklung stagniert. Lediglich zwei Prozent glaubt, dass der Bedarf zurückgehen wird.

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