Präventionsbericht 2021 Corona beeinträchtigt die Gesundheitsförderung

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Prävention

Die Auswirkungen der Pandemie spiegeln sich auch in den Ausgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention wieder. Das ist das Ergebnis des neuen Präventionsberichtes von GKV-Spitzenverband und seines Medizinischen Dienstes (MDS).

Der Präventionsbericht zeigt, dass die Ausgaben in die Gesundheitsförderung und Prävention durch Corona reduziert wurden. – © Screenshot HCM/GKV/MDS

Die Ausgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, in Betrieben und für einzelne Versicherte sind auf rund 414 Millionen Euro und damit auf zwei Drittel des Vor-Pandemie-Jahres 2019 gesunken. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes und des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.

Mit dem Zweiten Covid-19-Bevölkerungsschutz-Gesetz wurden der gesetzliche Orientierungswert für Prävention und die Mindestausgabenwerte für das lebensweltbezogene Engagement, die betriebliche Gesundheitsförderung sowie die Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen für 2020 ausgesetzt. Aber auch ohne gesetzliche Zahlungsverpflichtung haben die Kranken- und Pflegekassen laut Präventionsbericht 2021 ihr gesundheitsförderliches Engagement weiter fortgeführt – soweit es die äußeren Bedingungen während der Corona-Pandemie zugelassen haben. Der Umgang mit den Herausforderungen wird im Präventionsbericht anhand von Praxis-Beispielen aus den Bundesländern veranschaulicht.

Weniger Aktivitäten umsetzbar

Die Krankenkassen konnten im letzten Jahr 36.311 Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen mit Präventionsmaßnahmen erreichen, die zum Teil allerdings eingeschränkt oder in veränderter Form stattgefunden haben. Das sind 81 Prozent des Vorjahresniveaus.

Trotz Covid-19-Pandemie konnten 2020 auch in 1.866 stationären Pflegeeinrichtungen Präventionsangebote umgesetzt werden und damit in nur acht Prozent weniger als im Vorjahr, der Rückgang bei den vorbereitenden Leistungen der Pflegekassen in stationären Pflegeeinrichtungen lag bei 16 Prozent.

Die Kranken- und Pflegekassen haben laut GKV-Spitzenverband im ersten Corona-Jahr 2020 unter erschwerten Bedingungen ihr Gesundheitsförderungs- und Präventionsengagement aufrechterhalten. Aber wenn das gesamte gesellschaftliche Leben eingeschränkt ist, macht dies natürlich auch vor der Gesundheitsförderung und Prävention nicht halt. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen aller verantwortlichen Partner, um wieder dahin zukommen, wo wir vor der Pandemie standen. Denn die Pandemie hat auch gezeigt, wie wichtig die Themen Bewegung, psychische Belastung, Work-Life-Balance und Einsamkeit sind, um nur einige zu nennen“, erklärt Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Kooperationsstrukturen in weiten Teilen aufrechterhalten

Der Präventionsbericht wird dieses Jahr durch eine Befragung der Kranken- und Pflegekassen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gesundheitsförderung und Prävention ergänzt, die das IGES-Institut von April bis Juli 2021 auf Initiative des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt hat. Diese bezog sich auf Aktivitäten in den Lebenswelten Kindertagesstätte, Schule und Kommune, in Betrieben, überbetrieblichen Netzwerken und stationären Pflegeeinrichtungen. Sie ergab u.a., dass trotz Corona etwa zwei Drittel der Aktivitäten fortgeführt werden konnten, häufig in veränderter, digitaler oder eingeschränkter Form. Der überwiegende Anteil der befragten Kranken- und Pflegekassen gab zudem an, die gemeinsamen Strukturen zur Gesundheitsförderung aufrechterhalten zu haben. Dies machte es möglich, unter Pandemie-Bedingungen flexibel zu agieren und Maßnahmen der Lage entsprechend anzupassen.

Den Präventionsbericht gibt es auf der Website des GKV-Spitzenverbandes.