KI-gestütztes System Cloud-basierte Spracherkennung in Krankenhäusern

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Wie mithilfe von Cloud und KI die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessert und das Klinikpersonal entlastet werden kann, erklärt Dr. Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Nuance.

Cloud-basierte Spracherkennung
Cloud-basierte Spracherkennung kann medizinisches und pflegerisches Personal entlasten. – © ArtemisDiana (stock.adobe.com)

Entscheidungstragende in Krankenhäusern setzen sich zunehmend mit dem Einsatz von IT im Klinikalltag auseinander und suchen nach Lösungen, die sowohl einen medizinischen als auch organisatorischen Mehrwert liefern. Spracherkennung kann hier beispielsweise den Arbeitsalltag für das Klinikpersonal erleichtern, insbesondere wenn es sich um eine KI-gestützte und Cloud-basierte Lösung handelt. Ein Produktbeispiel hierfür ist Dragon Medical One von Nuance.

Zeitersparnis durch KI am Klinikum Stuttgart

Das Klinikum Stuttgart nutzt Cloud-basierte Spracherkennung als Early Adopter seit gut zwei Jahren, um die Dokumentation bei der Untersuchung und Behandlung von Patientinnen und Patienten noch effizienter und ausführlicher zu gestalten. Dank der sehr hohen Erkennungsrate der zugrundeliegenden KI-Algorithmen können die Mitarbeitenden Daten und Befunde diktieren und diese in das interne Informationssystem einspeisen, wo sie Kollegen und Kolleginnen sowie anderen Abteilungen in Echtzeit zur Verfügung stehen. Dadurch werden Informationsbrüche und etwaige Verzögerungen bei der Behandlung verhindert und die Patientenversorgung verbessert. Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz von Spracherkennung eine große Zeitersparnis, weil die Mitarbeitenden weniger Zeit mit dem Abtippen ihrer Notizen verbringen müssen. Diese Freiräume können sie nutzen, um beispielsweise mehr Zeit für die pflegerische oder medizinische Versorgung zu haben.

Personalisierte Spracherkennung am Uniklinikum Jena

Auch das Uniklinikum Jena weiß um die Vorteile der Spracherkennung und nutzt sie bereits seit 15 Jahren. Ursprünglich sollte sie nur in der radiologischen Diagnostik zum Einsatz kommen, inzwischen wird sie durch die kontinuierlich gestiegene Qualität aber auch in vielen weiteren Bereichen verwendet, wie etwa der Unfallchirurgie oder der Zentralen Notaufnahme. Gerade in diesen Bereichen kommt es auf die sofortige Verfügbarkeit der Dokumentation an. Mittlerweile bezieht das Krankenhaus die Lösung aus der Cloud, da diese den Anwenderinnen und Anwendern eine konsistente, auf sie persönlich zugeschnittene Erfahrung bietet – mit Zugriff jederzeit und von überall. Dabei haben die Mitarbeitenden vollständigen Zugriff auf ihren personalisierten Wortschatz, ihre Textvorlagen und Sprachkommandos. Dies mindert die Belastung, die durch klinische Dokumentation entsteht.

Die Cloud-Technologie ermöglicht auch in Bereichen wie der Palliativmedizin, in denen die Teams ambulant und stationär arbeiten, eine Anwendung von Spracherkennung. Auch während der Covid-19-Pandemie bewährt sich diese Flexibilität. Cloud-basierte Spracherkennung unterstützt auch Personal, das im Homeoffice arbeitet und erleichtert die telemedizinische Patientenversorgung.

Spracherkennung geht künftig weit über die Dokumentation hinaus

Die digitale Transformation wird das Gesundheitswesen nachhaltig verändern. Speziell Spracherkennungs-, Dokumentations- und Cloud-Lösungen sind auch vonseiten des Gesetzgebers mit der Förderung durch das KHZG in den Fokus gerückt und beschäftigen aktuell die deutsche Krankenhauslandschaft. Das Ziel muss sein, mithilfe digitaler Lösungen Prozessverbesserungen für die drei Säulen Administration, Behandlungsteams sowie Patientinnen und Patienten gleichermaßen zu erreichen. Bezogen auf Spracherkennung und -steuerung sind noch unzählige weitere Einsatzszenarien im Krankenhaus denkbar, bis hin zu einer umfassenden Sprachinfrastruktur für Geräte und Menschen mit Intersektoralität, die weit mehr als nur Dokumentenübermittlung beinhaltet.

Demonstration der Spracherkennung

Die Spracherkennung Dragon Medical One können Interessierte auf der DMEA vom 26. bis 28. April 2022 in Berlin live erleben (Halle 4.2, Stand A-107). Weitere Informationen gibt es hier: www.nuance.com/de-de/healthcare/events/dmea.html.