Onlinekolumne Chefsache Dienstplan

Unternehmensberater Eckhard Eyer beschäftigt sich in seiner aktuellen Kolumne mit der Rolle des Dienstplanes in der Pflege.

Der Dienstplan in der Pflege ist ein „heißes Thema“. – © tamayura39 (stock.adobe.com)

In der letzten Zeit erhalte ich zunehmend Einladungen zu Seminaren, die sich um den Dienstplan ranken. Zur Zeit ist der Renner „Dienstplangestaltung ist Chefsache“. Offensichtlich wird zunehmend bewusst, dass ein guter Dienstplan, der von den Mitarbeitern als fair erlebt wird, für weniger Belastungen und mehr Arbeitszufriedenheit sorgt. Gleichzeitig wird mit dem Dienstplan auch über die entstehenden Kosten entschieden. Sind zu viel Mitarbeiter an Bord, steigen die Kosten unbegründet und wenn zu wenig Mitarbeiter an Bord sind werden Aushilfen – soweit vorhanden – eingesetzt.

So wichtig Dienstplangestaltung ist, den man jetzt zur Chefsache erklärt, in der Pflege weiß man, dass der Dienstplan überholt ist, bevor die Tinte trocken ist. Deshalb ist es mindestens genauso wichtig, wie der Dienstplan gelebt und an die sich veränderten Situationen angepasst wird. Mit dem Dienstplan sollten dafür qualifizierte Wohnbereichsleitungen täglich arbeiten und die Anwesenheit der Mitarbeiter entsprechend dem Arbeitsanfall steuern. So haben z.B. Einrichtungen gute Erfahrungen mit der Einführung von Jahresarbeitszeitkonten gemacht. Bei anfallender Mehrarbeit – sei es weil Kollegen wegen Krankheit fehlen oder eine eine komplexe Neuaufnahme kurz vor Schichtende ansteht – oder bei Minderarbeit, weil im Wohnbereich drei Bewohner im Krankenhaus sind und ein Bewohner verstorben ist – sollte vor Ort die Arbeitszeit bedarfsgerecht angepasst werden. So wie nach Bedarf eine halbe oder eine ganze Stunde länger gearbeitet wird, kann auch bei Bedarf kürzer gearbeitet werden. Jahresarbeitszeitkonten einzuführen bedeutet, dass die Mitarbeiter ein fixes monatliches Einkommen erhalten und Mehr- oder Minderstunden miteinander auf einem persönlichen Arbeitszeitkonto verrechnet werden.

Damit die flexible Arbeitszeit von den Mitarbeitern akzeptiert und gelebt wird, ist es notwendig ihnen zu erläutern, was das Ziel der bedarfsgerechten Feinsteuerung der Arbeitszeit ist und wo die Vorteile für die Mitarbeiter liegen. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, die von den Kunden (Bewohner und Pflegekassen) vergütete Arbeitszeit und die erbrachte Leistung in Form von Arbeitsstunden einander gegenüber zustellen. Auf diese Weise können Einrichtungen auch diese Leistungskennzahl, z.B. in Form der Wertschöpfung je Arbeitsstunde als Basis für eine intelligente Erfolgsbeteiligung nutzen.

Dipl.-Ing. Eckhard Eyer, www.eyer.de, info@eyer.de – © privat