Checklisten zu präoperativen Untersuchungen reduzieren Kosten

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Wissenschaftler der Asklepios Klinik Altona Hamburg haben ermittelt, in wie weit ein Checklisten- und Scoresystem dazu beitragen kann, Patienten auf elektive Operationen leitliniengerecht vorzubereiten. Das Ergebnis: Häufig kommt es zu Untersuchungen, die nicht notwendig gewesen wären.

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Wie Prof. Dr. Wolfgang Schwenk auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in Berlin erläutert, ist die präoperative Risikoevaluation vor einer elektiven Operation ein fester Bestandteil der Indikationsstellung. Obwohl evidenzbasierte Empfehlungen bereits seit mehreren Jahren existieren, ließen Studien vermuten, dass nur 30 bis 40 Prozent der Patienten leitliniengerecht untersucht werden, so der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Mit seinem Team hat er die Empfehlungen der Fachgesellschaften für Chirurgie, Anästhesiologie und Innere Medizin zur präoperativen Risikoevaluation in Checklisten und Scores zur leitliniengerechten Indikationsstellung für Blutuntersuchungen, EKG, Röntgen-Thorax und weitergehende kardiologische Diagnostik umgesetzt. Der daraus entstandene „Altonaer Checklisten und Score“ (ALECS)-Bogen wurde in einer Pilotphase bei 541 Patienten getestet.

Die Auswertung ergab, dass nur in 1 oder weniger als 1 Prozent notwendige Voruntersuchungen nicht durchgeführt wurden. Dagegen gab es eine deutliche Überdiagnostik. So wurden bei 347 Patienten (65 Prozent) die Blutwerte von Kalium, Natrium und Kreatinin genommen, obwohl dies nach den Leitlinien nicht angezeigt war. Bei 48 Prozent wurden weitere überflüssige Blutuntersuchungen durchgeführt. Ein unnötiges EKG bekamen 26 Prozent der Patienten.

„Der ALECS-Bogen vermeidet überflüssige Diagnostik“, folgert Schwenk. „Er optimiert die Behandlung von Risikopatienten, erhöht die Patientensicherheit und reduziert Kosten.“ Er ermögliche den zuverlässigen Einsatz der Leitlinien und sei einfach anzuwenden. Der ALECS-Bogen sei nach der Pilotphase in den Standardaufnahmebogen der Klinik integriert worden.