Durchbruch Charité und ver.di einigen sich auf Eckpunkte

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Die Verhandlungsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin – und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich auf ein Eckpunktepapier als Grundlage zur Vereinbarung eines Tarifvertrages „Gesundheitsfachberufe Charité“ geeinigt.

Die aktuellen Streikmaßnahmen an der Charité werden beendet. Die Einigung mit ver.di ist erfolgt. – © Charité – Universitätsmedizin Berlin

Ziel der Verhandlungen zwischen Charité und ver.di war die Entlastung der Beschäftigten. Am 7. Oktober 2021 hat die Universitätsmedizin Berlin gemeldet, dass die Streikmaßnahmen ausgesetzt werdenund es von beiden Seiten angestrebt ist, innerhalb von fünf Wochen einen Tarifvertrag abzustimmenund den Gremien vorzulegen.

Eyselund Guba zufrieden

Dazu erklärt Carla Eysel, Vorstand Personalund Pflege der Charité: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir bei den Eckpunkten ein gemeinsames Ergebnis erreicht haben. Die Gesundheitsfachberufe, v.a. aber die Pflege, steht vor großen Herausforderungen. Ein Tarifvertrag ist dabei ein wichtiger Meilenstein in unserer Gesamtstrategie 2030. Wir gehen davon aus, dass wir durch die getroffenen Regelungen die Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter länger im Beruf halten können, mehr Pflegekräfte ihren Stellenanteil erhöhenund wir verstärkt akademisierte Mitarbeitende aus den Gesundheitsfachberufen gewinnen können.“ Melanie Guba, ver.di-Verhandlungsführerin äußerte sich laut Charité wie folgt: „Mit der Einigung auf die Eckpunkte sind wir unserem Ziel der nachhaltigen Entlastung der Beschäftigten der Charité einen großen Schritt nähergekommen, der Tarifvertrag wird einen Meilenstein der Entlastung setzen. Dieses Ergebnis konnten wir nur erzielen, weil die Beschäftigten entschlossen, aktionsbereitund mit einem langen Atem für ihre Interessen eintreten. Die Einigung trägt dazu bei, die Gesundheitsberufe attraktiverund die Versorgung von Patientinnenund Patienten sicherer zu machen. ver.di war mit den Forderungen nach der Festlegung von Mindestbesetzungsregelungen für alle Stationenund Bereiche, der Regelung eines Belastungsausgleichs sowie der Forderung nach der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in die Tarifauseinandersetzung gegangen, alle Forderungen werden nun mit diesem Ergebnis adressiert.“

Mehr als 700 Mitarbeitende geplant

Um eine Entlastung für die Pflegekräfte an der Charité zu erreichen, sollen mehr als 700 zusätzliche Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter in der Pflege in den nächsten drei Jahren eingestellt werden. Die Bemessungslogik ist für bettenführende Bereicheund Intensivstationen angepasst worden, ebenso die Besetzungsregelungen u.a. für Operationssäleund Zentrale Notaufnahmen. Außerdem soll ein Belastungsausgleich mit einem Punktesystem (CHEPS) eingeführt, in dem zum einen ein Freizeitausgleich eingeplant ist, zum anderen aber auch die Möglichkeit besteht, in Erholungsbeihilfen, Kinderbetreuungszuschüsse, Altersteilzeitkontenund Sabbaticals zu investieren. Belastungspunkte erhalten Pflegekräfte beim Unterschreiten der Besetzungsregelungen, hohem Leasingeinsatz oder nach Gewaltsituationen.

Drei neue Ausbildungsstationen angedacht

Zudem soll es wesentliche Veränderungen für Auszubildende geben, u.a. durch die Einführung von drei neuen Ausbildungsstationen und einer multiprofessionellen Intensiv-Lernstation, einer Dienstplansicherheit zwei Monate im Vorausund einer Ausweitung der Betreuungszeit der sogenannten Praxisanleitenden, die sich um eine strukturierte Einführung von Auszubildenden kümmern.

Die Charité hat sich nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, die Gesundheitsfachberufe strategischund langfristig attraktiver zu gestalten. Daher will das Unternehmen ganz konkret, verlässlichund kontinuierlich bessere Arbeitsbedingungen für die Kolleginnenund Kollegenin der Pflege schaffen. Die Universitätsmedizin hat in den letzten Jahren einen Zuwachs an Pflegekräften zu verzeichnenund wolle weitere neue Mitarbeitende gewinnen. Dabei plane der Vorstand auch, den Arbeitsalltag auf den Stationen zu verändern.