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Zwang zum Change? Change Management: 3 Tipps für (Reha-)Kliniken und Pflegeheime

Oft überrollen Veränderungen Healthcare-Einrichtungen und deren Mitarbeiter: Digitalisierung, Fusionen oder aktuell Corona. Beraterin Claudia Kreysel verrät drei Quick-Wins, wie Führungskräfte und Teams ihren Weg aus der Ratlosigkeit finden.

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Change und Change Management kommen immer mehr im Krankenhaus an. Ob Pflegedirektionen, ärztliche Direktoren oder bei der Ärzteschaft: Zusätzlich zur Kernverantwortung der medizinischen Gesundheitsfürsorge, die selbst immer komplexer, technischer und digitaler wird, obliegt der Führungskraft der Spagat zwischen Change und Führung. Zwei Beispiele mögen das verdeutlichen:

Durch Verkauf, Kooperation von Kliniken oder rein internen Umorganisationen wird funktionierende Zusammenarbeit auseinandergerissen. Neue Führungskräfte, neue Mitarbeitende, neue Regeln rütteln am Fundament der Kollegialität. Oft sinkt die Produktivität, steigen die Beschwerden und letztlich die Fehlzeiten.

Mitarbeiter ziehen den Kopf ein

Ein anderes Beispiel: Jedes Haus hat bereits seine offenen Konflikte, schwelenden Brandherde, die über aktuelle Herausforderungen wie Pflegenotstand, interkulturelle Belegschaft, Digitalität, Corona oder New Work neuen Sauerstoff bekommen. Die bereits vorhandenen Grabenkriege erschweren Teambindung und belasten Teambildung. Unsicherheit, Ängste und emotionale (Über-)Reaktionen nehmen zu, Vertrauen schwindet. Das führt zu Qualitätsverlusten, steigenden Patientenbeschwerden und Imageverlust. Nimmt die Negativspirale zu, ziehen sich Mitarbeitende aus Hoffnungslosigkeit zurück, keine Eigeninitiative, kein Partizipationswunsch.

Diese ressourcenzehrenden Arbeitsbelastungen kann man nicht wegdiskutieren oder schön reden. Daher ist der Ruf nach neuen Führungspersönlichkeiten und neuen Arbeitsformen nur zu richtig.

Souveränität wählen

Bis die Führungskräfte selbst ihre Kompetenzen erneuert haben, sorgen einige Kliniken dafür, dass Change-Prozesse begleitet werden. So liegen Kommunikationsaufwände, Wissensimpulse und Teambindung nicht mehr allein bei ihnen, sondern bei der Prozess-Begleitung. Außerdem findet bereits ein Kompetenz-Transfer in der Zusammenarbeit statt. Dies sichert die Souveränität der Führungskraft aber auch aller Mitarbeitenden. Warum? Weil Souveränität auf dem Samen dieser drei Quick Wins wächst:

3 Quick Wins im Change

  1. Schaffen Sie Transparenz für Möglichkeiten
    Verdeutlichen Sie auf einem Zeitstrahl, wann sich was für wen ändert. Klären Sie ab, ob alle die Veränderungen verstehen, indem Sie Ihre Mitarbeitenden die Veränderungen schildern lassen. Diese akzeptierte Basis stärken Sie, indem Sie nach passenden Entwicklungszielen fragen.
  2. Steigern Sie Vertrauen durch Kompetenzentwicklung
    Sorgen Sie für Diversität beim lebenslangen Lernen und für aktive Partizipation. Über diverse Formate (Impulse, Audits, Zirkel, inhouse-Schulung, externe Workshops, Coaching, online Trainings etc.) und Beteiligung von allen kann jeder seinen eigenen Weg finden und Meilensteine zum Ziel erreichen. Und seien Sie zuverlässiger und erreichbarer Ansprechpartner für Konflikte.
  3. Schaffen Sie Sicherheit durch Partizipation
    Je konsequenter Sie Vorleben, Feedback oder Kritik geben, Rahmenbedingungen optimieren, desto leichter und nachhaltiger gelingt das Umlernen und Neulernen. Dann kommt der Change auch bei Dritten an.  

„Der Mensch macht den Unterschied, das Team macht den Mehrwert“ zielt auf die Bedeutung des miteinander Veränderns hin. „Gute Pflege geht nur im Team“ war auch eine Kernaussage von Andreas Westerfellhaus.

Über die Autorin
Claudia Kreysel
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