Forschung -

Österreich/Marinomed Biotech Carragelose-Nasenspray zur Prävention von COVID-19 bei Klinikpersonal?

Das biopharmazeutische Unternehmen Marinomed Biotech plant eine klinische Phase-IV-Studie mit Carragelose (Iota-Carrageenan). Die Studie soll zeigen, dass eine vorbeugende Behandlung mit Carragelose die Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion und anderer viraler Atemwegserkrankungen im Vergleich zu Placebo verringern kann.

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Die randomisierte Doppelblindstudie starte direkt nach der Zustimmung des Ethikkomitees und soll 334 Probanden einschließen. Die Probanden sollen über einen Zeitraum von zwölf Wochen ein Carragelose-Nasenspray (1,2 mg/ml; 140 μl pro Sprühstoß) anwenden, das in Österreich unter dem Namen Coldamaris pro vertrieben wird. Dreimal täglich werden ein Sprühstoß in die Nase und drei Sprühstöße in den Mund-Rachenraum appliziert. Die Probanden werden wöchentlich auf SARS-CoV-2 und andere virale Atemwegsinfektionen getestet. Als Studienzentren sind die Wiener Kliniken Favoriten und Floridsdorf geplant.

„Wir haben mit den klinischen Zulassungsstudien für Carragelose Wirksamkeit gegenüber Corona-Viren nachgewiesen. In diesem Jahr konnten unsere Wissenschaftler in Zellkultur auch Wirksamkeit gegenüber SARS-CoV-2 zeigen. Carragelose neutralisiert das Virus und kann dadurch Zellen vor einer Infektion schützen,“ sagte Dr. Eva Prieschl-Grassauer, Chief Science Officer bei Marinomed. Sie ergänzte: „Im Erfolgsfall werden die Studienergebnisse zeigen, dass Carragelose im Kampf gegen die Pandemie helfen kann, indem es die wenigen vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten gegen die verheerende COVID-19-Infektion um eine Option erweitert.“

„Weltweit sind Pflegekräfte und Ärzte erkrankt oder sogar gestorben, weil sie sich für die Behandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten engagiert haben. Die Anwendung von Carrageenan könnte ihre Infektionsrisiken verringern. Der Schutz derer, die in vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen, wäre ein entscheidender Beitrag zu ihrer Gesundheit und damit für alle Patienten, die mit COVID-19 im Krankenhaus liegen,” sagte Dr. Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsabteilung in Wien und leitender Wissenschaftler der Marinomed-Studie. „Nachdem wir bereits positive Erfahrungen mit Carrageenan-basierten Therapien gegen ein breites Spektrum viraler Atemwegserkrankungen gemacht haben, testen wir jetzt Carragelose als Prophylaxe gegen COVID-19. Die Gesundheit unserer Pflegekräfte zu schützen ist essenziell, um die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems aufrecht zu erhalten.”

Was ist Carragelose?

Carragelose ist ein sulfatiertes Polymer aus der Rotalge mit einem einzigartigen, breiten antiviralen Wirkungsspektrum. Es ist bekannt als ein verträgliches, effektives und sicheres Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Atemwegserkrankungen. Mehrere klinische und präklinische Studien haben gezeigt, dass Carragelose eine Schicht auf der Schleimhaut bildet, die eindringende Viren umschließt und inaktiviert, und so davon abhält, Zellen zu infizieren. Marinomed hat die Patentrechte an Carragelose inne und hat Carragelose zum Vertrieb in Europa, Kanada, Australien und verschiedenen asiatischen Ländern auslizensiert.

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