Politik -

Bundestag Cannabis wird als Medizin in Einzelfällen zugelassen

Der Bundestag hat das Gesetz „Cannabis als Medizin“ einstimmig beschlossen. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Optimierung im Bereich der Palliativversorgung gelungen. Das betonte auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Eine Begleiterhebung soll nun Informationen zum langfristigen Gebrauch von Cannabis wissenschaftlich sichern.

Cannabis wird als Medizin in Einzelfällen zugelassen
Cannabis ist auf ärztliche Verschreibung hin nun in begründeten Einzelfällen zugelassen und kann in Apotheken erworben werden. Erstattungsmöglichkeiten bestehen. -

Im März 2017 tritt das Gesetz „Cannabis als Medizin“ in Kraft. Damit ist Cannabis als Medizin für schwerkranke Patienten in begründeten Einzelfällen zugelassen. Bedingung für den Einsatz ist laut dem Gesetz, dass nach Einschätzung des behandelnden Arztes, das Mittel spürbar den Krankheitsverlauf beeinflussen oder dessen Symptome lindern kann. Dies könne z.B.

  • bei der Schmerztherapie,
  • bei chronischen Erkrankungen,
  • bei schwerer Appetitlosigkeit und
  • Übelkeit

der Fall sein.

Kostenübernahme gesichert

„Schwerkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Dazu gehört, dass die Kosten für Cannabis als Medizin für Schwerkranke von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders wirksam geholfen werden kann“, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Für diese erweiterte Kostenübernahme sorge eine Änderung im SGB V. Neben Fertigarzneimitteln auf Cannabisbasis sollen auch getrocknete Cannabisblüten von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden, wenn diese zu Therapiezwecken notwendig sind. Zukünftig soll in Deutschland auch ein staatlich kontrollierter Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke möglich sein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sei für die Umsetzung als staatliche „Cannabisagentur“ verantwortlich. Zunächst sollen aber Importe den Bedarf abdecken.

Parallel sollen über den Einsatz und die Wirkung von Cannabis weitere Erkenntnisse erlangt werden. Deshalb werden anonymisierte Informationen wie zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen von den behandelnden Ärzten an das BfArM weitergeleitet werden. So sollen laut Bundesgesundheitsministerium Informationen zum langfristigen Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken gesammelt werden.

Weitere Informationen zum neuen Cannabis-Gesetz finden Sie online hier.

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