Krankenhausfinanzierung -

DRG BVMed kritisiert Absenkung der DRG-Sachkostenpauschale

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat ein Konzept des DRG-Kalkulationsinstituts InEK kritisiert, das bei sachkostenintensiven Fallpauschalen Abschläge bis zu 14 Prozent vorsieht. Der Gesetzgeber hatte in der letzten Krankenhausreform eine Analyse von Übervergütungen vorgesehen.

Topic channels: Krankenhausfinanzierung, Krankenhausstrukturgesetz und DRGs aktuell
BVMed kritisiert Absenkung der DRG-Sachkostenpauschale
BVMed-Vorstand 2016: Steven Anderson, Dr. Meinrad Lugan, Christiane Döring und Joachim M. Schmitt (v.l.n.r.). -

„Das vorgestellte InEK-Konzept sieht allerdings keine Analyse vor, sondern unterstellt eine generelle Übervergütung von Sachkostenanteilen bei allen DRGs und kürzt pauschal“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt in einer Stellungnahme. Darunter würden insbesondere die Hochleistungsmedizin und die Qualität der Patientenversorgung leiden.

Das InEK hatte zum DRG-Forum 2016 einen Vorschlag vorgelegt, der die generelle Übervergütung der Sachkosten aller Fallpauschalen unterstellt, ohne die dafür begründenden Daten auszuweisen. Als Konsequenz führe dies zu einer massiven Umverteilung der Mittel, ohne die möglichen Folgen von Fehlanreizen und Fehlsteuerungen in der Patientenversorgung zu berücksichtigen, so der BVMed. „Insbesondere fließen die Mittel hin zu Krankenhäusern geringer Versorgungsstufen. Hochspezialisierte Universitätskliniken und Zentren verlieren dagegen überproportional Finanzmittel, die zu Qualitätseinbußen in der Patientenversorgung führen werden“, analysiert Schmitt.

BVMed schlägt Alternative vor

Als alternativen Lösungsansatz schlägt der BVMed vor, die einzelnen DRGs zu analysieren sowie Korrekturen behutsam und mehrjährig durchzuführen, damit die Bewertungsrelationen sachgerecht angepasst werden können. Zudem erhöhe sich durch die vorgesehene Erweiterung der Kalkulationsstichprobe die Abbildungsgenauigkeit der Prozeduren, argumentiert der Verband. Das InEK berücksichtige zudem nicht, dass 13 von 16 Bundesländern einen Landesbasisfallwert unterhalb des Bundesfallwerts haben. Dies würde in diesen Ländern zu einer Unterfinanzierung der realen Sachkosten führen. „Das ist nicht sachgerecht", so die Kritik des BVMed.

Die ausführliche Stellungnahme des BVMed kann hier abgerufen werden.

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