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Fernbetreuung von Herzimplantatträgern BVMed fordert Erstattung für das Telemonitoring

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert die Erstattung eines kontinuierlichen Telemonitorings von Patienten mit aktiven kardiologischen Implantaten.

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Nach den Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Telemonitoring" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) für die telemedizinische Überwachung von Herzpatienten ist nicht nachvollziehbar, warum das kontinuierliche Telemonitoring noch nicht erstattet wird und das Nutzenbewertungsverfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) seit mehr als drei Jahren andauert, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Dabei sei der Nutzen längst nachgewiesen, die klinische Evidenz vorhanden. "Wir müssen den betroffenen Herzpatienten das Telemonitoring endlich regelhaft ermöglichen."

Die DGK-Arbeitsgruppe veröffentlichte am 13. August dieses Jahres Empfehlungen zum Telemonitoring unter dem Titel „Befundkonstellation und abgeleitete Behandlungsinterventionen bei telemedizinisch überwachten Patienten mit Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder erhöhtem Risiko für den plötzlichen Herztod“. Darin zu finden sind Empfehlungen zu Monitoring und Therapieprozessen in der Behandlung von Implantatträgern. Neben technischen Anforderungen an die Monitoringsysteme enthält das Papier zudem standardisierte Handlungsanweisungen zu Monitoringparametern und Befundbewertung sowie Empfehlungen zum Umgang mit ausgewählten Befundkonstellationen.

Die Experten stellen dabei erneut klar, dass die klinische Evidenz zu den Vorteilen des Telemonitorings von aktiven kardiologischen Implantaten ausreichend vorliegt. So heißt es: „In mehreren randomisierten Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass durch konsequente telemedizinische Begleitung die Zeit bis zur Wahrnehmung technischer und klinischer Probleme relevant verkürzt wird. Zusätzlich wurde gezeigt, dass durch strukturierte telemedizinisch basierte Begleitung durch ein Telemedizinzentrum selbst das Überleben dekompensationsgefährdeter Patienten günstig beeinflusst wird.“

Bis heute sei laut BVMed die nicht vorhandene Regelvergütung des kontinuierlichen Telemonitorings für Implantatpatienten das größte Hindernis für seine breite Anwendung. Ein entsprechendes Nutzenbewertungsverfahren sei beim G-BA seit mehr als drei Jahren anhängig.

Versorgungsqualität und Patientensicherheit verbessern

Nach Ansicht des Verbandes haben telemedizinische Verfahren mit medizintechnischen, aktiven kardialen Implantaten großes Potenzial, die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit zu verbessern. Mit dem Telemonitoring könne die räumliche Distanz zwischen Arzt und Patient überbrückt und die Therapie bedarfsorientiert für den Patienten angepasst werden. Denn mittels medizinischer Onlineplattform würden dem Arzt alle Ereignisse und Auffälligkeiten der Patienten zeitnah übermittelt. Arztbesuche und therapeutische Konsequenzen liesen sich somit individuell an den Patientenzustand anpassen und klinisch sinnvoll planen. Damit können Komplikationen vermieden und Klinikaufenthalte reduziert werden. Das trage nicht nur zu einer höheren Sicherheit  und Lebensqualität dieser Patienten bei, sondern senke mittel- bis langfristig auch die Kosten für das Gesundheitswesen.

Die Studienlage ist nach Expertenmeinung so überzeugend, dass die Telekardiologie vor einigen Jahren in die europäischen Behandlungsleitlinien aufgenommen wurde. Dennoch ist die Kostenübernahmesituation in Deutschland weiterhin unbefriedigend. So würden die Kosten für die notwendige Infrastruktur häufig von den Krankenkassen nicht übernommen.

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