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Pflegepersonal-Stärkungsgesetz Bundesverband fordert Digitalisierungsmaßnahmen

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und zu viel Bürokratie. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz soll Pflegekräfte durch verschiedene Maßnahmen entlasten. Bei der Digitalisierung sieht der bvitg Nachholbedarf.

Themenseite: Pflegegesetzgebung

Im Rahmen einer öffentlichen Expertenanhörung zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) am 10. Oktober 2018 im Bundestag hat der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) gefordert, bei der Gesetzgebung einen stärkeren Fokus auf die Förderung der Digitalisierung in der Pflege zu legen.

Mehr Finanzierung und Förderung

Laut dem Verband hat der Gesetzgeber die Digitalisierung zwar als eine Möglichkeit zur Entlastung von Pflegekräften erkannt. Gleichzeitig aber kratzten wesentliche Maßnahmen in dieser Richtung an der Oberfläche oder würden nur kurzfristige Effekte hervorbringen.

Insbesondere das Thema Finanzierung und Förderung von digitalen Anwendungen in den Einrichtungen, beispielsweise zur Erleichterung der Pflegedokumentation oder für die Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflegeeinrichtungen, sieht der Verband laut eigenen Angaben kritisch.

Sebastian Zilch, Geschäftsführer des bvitg, erklärte im Rahmen der Anhörung: „Die Fortführung des Krankenhausstrukturfonds sehen wir als positives Zeichen, jedoch reicht eine Förderung in Höhe von 500 Millionen Euro im Vergleich zu einem aktuellen Investitionsstau von über sechs Milliarden Euro nicht aus. Zudem sollte ein regelmäßiger sowie mit Fokus auf Digitalisierung zweckverbundener Mittelzufluss bedacht werden.“

Viele ungenutzte Möglichkeiten

Auch im Bereich der Altenpflege sieht Zilch Verbesserungspotenzial. Um den Versorgungsprozess in der Pflege nachhaltig zu digitalisieren und damit Pflegekräfte zu entlasten, sei die Verpflichtung zur Umstellung auf elektronische Prozesse nötig. 

Der Verband fordert deshalb eine erhöhte, langfristige und vollumfängliche Finanzierung von Digitalisierungsmaßnahmen in der Altenpflege. Der Gesetzgeber habe bei der Digitalisierung in der Pflege noch ungenutzte Möglichkeiten.

Der bvitg wies außerdem darauf hin, dass beim Aufbau von digitalen Versorgungsstrukturen sowie der Definition von Schnittstellen und Terminologien im Bereich Pflege Standardisierungsgremien und die Industrie einbezogen werden sollten.

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