Bundesregierung verabschiedet Drogen- und Suchtstrategie

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmanns, will mit der Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik v.a. eines erreichen: Dafür sorgen, dass Suchterkrankungen schon im Keim erstickt werden.

Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. – © Bundesministerium für Gesundheit

Im Fokus stehen u.a. demografische Entwicklung, neue Suchtformen wie Onlinesucht, aber auch neue Substanzen. Schwerpunkte sollen auf einer zielgruppenspezifischen Suchtprävention, Gesundheitsförderung und Frühintervention liegen. Neue Modellprojekte soll es etwa für Senioren, Schwangere und Migranten mit Suchtproblemen geben.

Keine Werbeverbote, höhere Steuern und härtere Strafen

Ziel sei es in erster Linie dafür zu sorgen, „dass Suchterkrankungen möglichst gar nicht erst entstehen“, sagt Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Wichtig sei daher besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene frühzeitig, v.a. in der Schule und in der Ausbildungsstätte zu erreichen. Auch sollten Eltern und Ärzte mehr darin unterstützt werden, Risiken frühzeitig zu erkennen und Suchtentwicklungen vorzubeugen. Darüber hinaus sollen auch Erwachsene gezielter angesprochen werden, z.B. in Betrieben oder im Krankenhaus. Werbeverbote, höhere Steuern auf Alkohol oder härtere Strafen für Schnapsverkauf an Jugendliche soll es nach Aussage von Dyckmans nicht geben.

Reaktionen gespalten: von wegweisend bis kümmerlich

Die Reaktionen auf die Strategie sind geteilt. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft freut sich, dass es „keine ideologisch motivierten Ziele“ gibt. Christine Aschenberg-Dugnus, Drogenexpertin der FDP-Fraktion, nennt das Konzept „wegweisend“. Statt einen undifferenzierten Verbote- und Bevormundungsrundumschlag zu zelebrieren, werde auf umfangreiche Prävention und Aufklärung gesetzt, freut sie sich. Für die Grünen hingegen greift die Strategie viel zu kurz. Dafür, dass eine neue Strategie jahrelang angekündigt worden sei, sei das vorgestellte Ergebnis „kümmerlich“, sagt Harald Terpe, Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik. Aus seiner Sicht habe Dyckmans eine „Stilllegungsprämie“ verdient.

Weitere Informationen zur Strategie im Internet unter www.drogenbeauftragte.de