Forderung Bürokratie-Lockdown soll Kliniken entlasten

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Corona-Pandemie

Omikron belastet Intensiv- und Normalstationen. Um Personalengpässe zu vermeiden, fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Angestellte von medizinisch nicht notwendigen Dokumentationen zu entlasten. Der GKV-Spitzenverband sieht diese Forderung als Irrtum.

Bürokratie
Die DKG fordert einen Bürokratie-Lockdown zur Entlastung der Kliniken. – © BillionPhotos.com (stock.adobe.com)

„Wir brauchen die Mitarbeitenden in der Versorgung und nicht, um Krankenkassen-Anfragen zu beantworten und MDK-Prüfungen zu bearbeiten“, sagt DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß. Von einem solchen „Bürokratie-Lockdown“ erhofft sich die Fachgesellschaft mehr Kapazitäten in den Kliniken und beim Medizinischen Dienst, die zur Pandemiebekämpfung an anderer Stelle gebraucht würden. Mit der Reduzierung der Quarantänezeit für geimpfte, nicht positiv getestete Kontaktpersonen habe die Politik bereits einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Gaß fordert die Länder auf, die Koordination bei der Organisation von Hilfspersonal zu übernehmen. „Es kann und darf nicht sein, dass jedes einzelne Krankenhaus selber organisieren muss, wo mögliches Personal akquiriert werden kann.“

Meinung des GKV zur Forderung der DKG

Die Forderungen der DKG stoßen bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nicht auf Zustimmung. „Sie seien ein „gefährlicher Irrtum“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband. Sie befürchtet, den Verantwortlichen würde dadurch die Sicht auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen in den Kliniken genommen. „Damit das Krisenmanagement in der Pandemie nicht im Blindflug erfolgt, braucht Deutschland aktuelle und detaillierte Zahlen zur Versorgungslage. Dazu gehören auch die Fallzahlen im Krankenhaus und die verfügbaren Pflegekräfte auf Station“, meint Stoff-Ahnis.