DKG Bürokratie in den Krankenhäusern auch bundesweit abbauen

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt den Vorstoß des Bayrischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern von unnötiger Bürokratie zu befreien.

Die DKG begrüßt den Vorstoß des Bayerischen Gesundheitsministeriums, die Mitarbeitenden in den Krankenhäusern von unnötiger Bürokratie zu befreien. – © REDPIXEL (stock.adobe.com)

Gemeinsam mit Bayrischer Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen gehe das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege damit den richtigen Schritt, in Zeiten extremer Personalausfälle die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen wenigstens von den größten Auswüchsen unnötiger Schreibarbeit zu befreien, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Dr. Henriette Neumeyer.

Neumeyer nimmt Stellung zum Abbau der Bürokratie

„Krankheitsbedingte Personalausfälle stellen die Krankenhäuser und ihre Beschäftigten seit Monaten vor große Herausforderungen. Die gesunden Kolleginnen und Kollegen leisten zahllose Überstunden und gehen dabei an ihre Grenzen und darüber hinaus. In diesen Zeiten ist es nur folgerichtig, die immense Bürokratielast zumindest teilweise zu reduzieren. Aber auch über Corona-bedingte Personalausfälle hinaus leiden die Krankenhäuser unter dem anhaltenden Fachkräftemangel. Allein in der Krankenpflege können rund 30.000 Stellen nicht besetzt werden, jedes Jahr steigt diese Zahl. Auf der anderen Seite müssen Pflegekräfte rund drei Stunden ihres Arbeitstages mit Bürotätigkeiten verbringen. Ein großer Teil davon dient nicht der medizinisch oder pflegerisch sinnvollen Dokumentation. In diesen drei Stunden können Sie ihrer eigentlichen Arbeit mit den Patientinnen und Patienten nicht nachgehen. Könnten wir diese drei Stunden nur um eine Stunde verringern, hätten wir die Arbeitszeit von rund 60.000 Vollzeit-Pflegekräften für die Arbeit mit und für die Patientinnen und Patienten zusätzlich zur Verfügung, betont Neumeyer.“

„Wir erhoffen uns von dem Vorstoß aus Bayern auch ein Signal an andere Bundesländer und vielleicht sogar an die Bundesebene. Denn noch immer vermissen wir aus dem Bundesgesundheitsministerium konkrete Vorschläge, wie man den eklatanten Fachkräftemangel in der Pflege wirksam angeht, mehr Beschäftigte neu- und zurückgewinnt, die Arbeitsbedingungen verbessert und vieles mehr.“

Prof. Dr. Henriette Neumeyer
Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG. – © Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Bürokratieabbau sei ein wesentlicher Teil zur Entlastung der in der Pflege Beschäftigten. In Zeiten, in denen die Krankenhäuser wirtschaftlich und organisatorisch mit dem Rücken zur Wand stehen, müsse jede Möglichkeit der Entlastung genutzt werden. Daher appelliere die DKG an Minister Lauterbach und die Krankenkassen, unnötige Bürokratie abzubauen.

Holetschek für Entlastung der Klinikbeschäftigten durch Bürokratieabbau

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will gemeinsam mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern die Kliniken kurzfristig von unnötiger Bürokratie entlasten. „Die Personalsituation in den Kliniken ist äußerst angespannt. Das Problem ist aber nicht nur fehlendes Personal, sondern auch zeitfressende Bürokratie. Die Hand am Bett ist jetzt wichtiger als die am Schreibtisch. Bayern wird daher alles tun, was möglich ist, um die Krankenhäuser in diesen herausfordernden Zeiten zu entlasten, betonte der Minister.“

Der Minister hatte sich am 21. Oktober 2022 in einer Videokonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, einiger Kliniken, der Krankenkassen und des Medizinischen Dienstes auf das gemeinsame Vorgehen bei diesem wichtigen Thema verständigt.

„Wir brauchen pragmatische Lösungen. Unnötiger Papierkram darf nicht dafür sorgen, dass den Klinikbeschäftigten keine Zeit für die Patientinnen und Patienten bleibt. Das Wohl der Menschen muss im Mittelpunkt stehen.“

Klaus Holetschek
Klaus Holetschek
Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek. – © StMGP/Andi Frank

Holetschek ergänzte, dass die Bürokratie aber auch mittel- und langfristig abgebaut werden müsse. Dokumentationspflichten müssten in der Praxis unbürokratisch und ressourcenschonend handhabbar sein und auf das tatsächlich zwingend notwendige Maß beschränkt werden. Das gelte für bestehende Richtlinien und Verordnung genauso wie für neu geplante Regelungen.