Forschung -

Universitätsmedizin Rostock Brustkrebs: Neue Studie könnte Patientinnen OP erleichtern

Eine neues Forschungsprojekt an der Unimedizin Rostock könnte Brustkrebs-Patientinnen eine schonendere OP bieten. Die Studie untersucht, ob die Entfernung des Wächterlymphknotens immer nötig ist. Der Eingriff in der Achselhöhle steigert u.a. das Risiko für Lymphödeme und Infektionen.

Erhalten Frauen die Diagnose Brustkrebs, ist das oftmals einschneidend. Bei bestimmten Tumorarten mit Notwendigkeit einer sofortigen Chemotherapie folgt die brusterhaltende Operation, bei der der sogenannte Wächterlymphknoten in der Achselhöhle entfernt wird. Das ist der erste Lymphknoten der Lymphstrombahn auf der gleichen Seite der betroffenen Brust. Die Untersuchung dieses Lymphknotens kann Aufschluss über den Befall mit Krebszellen geben.

Die Frauenklinik der Universitätsmedizin Rostock am Klinikum Südstadt untersucht nun als Teil der europaweiten Studie Eubreast-01, ob die Entfernung des Wächterlymphknotens wirklich immer nötig ist. Wären nämlich Therapie und Operation mit Erhalt des Lymphknotens für einen Teil der Patientinnen genauso sicher und erfolgsversprechend, dann würde das ihre Lebensqualität steigern und mögliche Probleme wie Lymphödeme, Infektionen oder Bewegungseinschränkung verringern. Dieses europäische Projekt wird von Rostock aus in Kooperation mit Brustkrebsspezialisten in Mailand (Italien) geleitet.

Brustkrebs: Entfernung der Wächterlymphknoten oft unnötig

"Für die Studie kommen nur Patientinnen in Frage, bei denen kein auffälliger Befund der Achselhöhle und kein Verdacht auf Metastasen der Lymphknoten vorliegt", sagt Prof. Dr. Toralf Reimer, Eubreast-01-Studienleiter für Deutschland und stellvertretender Direktor der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt Rostock. "Auch die Bestätigung der Pathologen, dass in der Brust keine Krebszellen mehr durch die Wirkung der Chemotherapie nachzuweisen sind, ist Voraussetzung für den schonenderen Eingriff", ergänzt er. Bisherige Studien ergaben, dass die entnommenen Wächterlymphknoten sehr häufig unauffällig sind. "Daher müssen wir mit Blick auf die Nachteile kritisch hinterfragen, ob die Achselhöhlen-Operation wirklich immer nötig ist", so Reimer.

Brustkrebs schonend behandeln

Insgesamt ist geplant, 267 Patientinnen für mindestens fünf und längstens sieben Jahre einschließlich der Nachsorge in die Studie aufzunehmen. Die Anschlussbehandlung nach der Operation und die regelmäßigen Nachuntersuchungen sind identisch mit der herkömmlichen Therapie. "Die Eubreast-01 ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer schonenderen Brustkrebstherapie. Mit seiner Forschung und modernsten Behandlungsmöglichkeiten ist unser Universitäts-Brustzentrum international beachtet. Die Patientinnen und Patienten erhalten in jeder Phase ihrer Erkrankung die bestmögliche Behandlung", betont Prof. Dr. Emil Reisinger, Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Rostock.

Kontakt zur Studienleitung: Prof. Dr. Toralf Reimer; Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt Rostock, Telefon: +49 (0) 381 - 4401- 4525, toralf.reimer@kliniksued-rostock.de

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