Sonderthema -

forschung Breites Einsatzspektrum für textile Elektroden

Am Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. (TITV Greiz) erforschen Wissenschaftler die Einsatzmöglichkeiten textiler Elektroden im medizinischen Sektor. Beispielsweise haben sich die innovativen Sensoren in der Kompressionstherapie und Rehabilitation von Patienten nach Apoplex bereits beweisen können.

Entwicklungen im Bereich der leitfähigen Textilien bieten neue Möglichkeiten zur Integration verschiedenster klassischer Sensorsysteme, z.B. zur Erfassung von EKG, EMG oder auch Temperatur in körpernaher Bekleidung.

Ein Ansatz des TITV Greiz ist die Integration von flexiblen Drucksensoren zur Überwachung des Kompressionsdruckes, die z.B. von Kompressionsstrümpfen oder -verbänden auf den menschlichen Körper aufgebracht werden. Dies bietet bei der medizinischen Kompressionstherapie zur Behandlung venöser und lymphatischer Erkrankungen neue Möglichkeiten bei der Therapie und Überwachung.

Im TITV Greiz (Rotsch et al. 2008a, Offenlegungsschrift, DE 100 2007 020 247 A1) wurde gemeinsam mit Projektpartnern ein flexibles Druckmesssystem entwickelt, das neben den technischen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Genauigkeit auch Anforderungen an den Tragekomfort und eine sinnvolle Integration des Messsystems beispielsweise der Daten- und Energieleitungen in ein entsprechendes Trägertextil erfüllt.

Messung von Druck und Temperatur in Echtzeit

Zur Druckmessung wird ein piezoresistiver Sensor mit integrierter Temperaturüberwachung eingesetzt. Somit ist neben der Drucküberwachung auch eine zusätzliche Temperaturerfassung unter einem Kompressionsverband oder Strumpf möglich. Über ein Sensor-Interface zur digitalen Datenverarbeitung erfolgt die Erfassung und Auswertung der Druck- und Temperatursignale der eingesetzten Sensoren in Echtzeit. Eine textile Integration der Sensoren wurde über eine gewebte Busstruktur mit eingearbeiteten leitfähigen Garnmaterialien realisiert. Hier konnten durch den Einsatz einer I²C-Schnittstelle beliebig viele Sensoren über Steckkontakte verbunden und digital ausgelesen werden. Dieses Sensorband kann an ein Bekleidungsteil, z.B. einen Strumpf, adaptiert bzw. die Busstruktur auch direkt in eine textile Fläche (gewebt oder gestrickt) integriert werden.

Unterbeiträge zu diesem Artikel
© hcm-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen