Pflege -

bpa: Zu wenig Schulplätze in der Altenpflege

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) bemängelt die fehlenden Ausbildungskapazitäten in der Pflege. Die Länder müssen handeln, fordert Präsident Bernd Meurer. Ansonsten sei die Sicherstellung der Altenpflege in Gefahr.

In den Gesundheitsberufen, inklusive der Pflege, gibt es mehr Bewerber als angebotene Lehrstellen. Das geht nach Angaben des bpa aus dem Nationalen Bildungsbericht hervor. Während die Wirtschaft über angeblich fehlende Lehrstellenbewerber klage, sehe die Studie „Bildung in Deutschland 2014“ die Probleme eher bei den Unternehmen: Dort, wo heute Fachkräfte fehlen, gebe es seit Jahren zu wenig Ausbildungsplätze.

"Verantwortlich für die Schul- und Ausbildungsplätze in der Altenpflege sind die Länder", sagt Bernd Meurer, Präsident des bpa. Die Einrichtungsträger würden gern jedem potentiell geeigneten Bewerber einen Ausbildungsvertrag geben. Doch das gehe nicht, weil die Länder nicht genügend Schulplätze zur Verfügung stellen, die Voraussetzung für die Ausbildung sind. "In manchen Ländern wird für den Schulbesuch sogar noch Schulgeld von den Altenpflegeschülern verlangt", kritisiert der bpa-Präsident. Gleichzeitig könne man in den Ländern aber kostenlos Medizin studieren.

Ausbildung nur mit Schulplatz

Die Altenpflegeausbildung erfolgt auf Grundlage eines Berufegesetzes. Nur wenn ein Schulplatz vorhanden ist, kann der Auszubildende mit der Berufsschule und der Altenpflegeeinrichtung einen dreiseitigen Ausbildungsvertrag schließen. Verantwortlich für die Bereitstellung von Schulplätzen in ausreichender Menge sind die Länder. Viele Länder finanzieren nur eine begrenzte Anzahl an Schulplätzen oder finanzierten diese nicht, was dann Schulgeldpflicht zur Folge hat. "Die Schulgeld-Problematik muss dringend angepackt werden", fordert Meurer. Der bpa setzt sich für schulgeldfreie Schulplätze ein. Als positive Beispiele sieht der bpa-Präsident in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

"Die Ausbildungszahlen etwa in Bayern sind von 2009 bis heute um 25 Prozent gestiegen", sagt Meurer. Allein in Bayern habe sich der bpa und seine 1.000 Mitgliedsunternehmen um mehr Auszubildende in der Altenpflege bemüht und stelle dort derzeit 1.200 Ausbildungsplätze. Bundesweit stellen die mehr als 8.000 Mitgliedsunternehmen des bpa rund 18.900 Ausbildungsplätze zur Verfügung. „Von einer beträchtlichen Unterdeckung von Ausbildungsplätzen kann keine Rede sein“, sagt Meurer. Gerade in der Altenpflege sei ein deutlicher Anstieg festzustellen. "In der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Altenpflege ist ihre Zahl laut Berufsbildungsbericht 2014 um rund sechs Prozent gestiegen."

Dennoch sind nach Ansicht von Meurer dringend mehr Fachkräfte in der Pflege nötig. Anderenfalls drohe die Gefährdung der Sicherstellung in der Altenpflege.

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