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Kraft-Wärme- oder Kraft-Kälte-Kopplung BHKWs bleiben rentabel

„Derzeit ist keine Technologie in Sicht, die das gute alte Blockheizkraftwerk ablösen könnte. Mit einem Preisvorteil von 75 bis 85 Euro pro MWh lohnt sich die Kraft-Kälte-Kopplung allen Unkenrufen zum Trotz weiterhin nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel“, erklärte Gerd Lüdeking auf der Auftaktveranstaltung der FKT-Forums Klinikenergie in Hannover.

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Zudem machen BHKWs ihre Betreiber unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung. Mit einem zweistufigen Notstromkonzept können sie sogar einen Teil der Sicherheitsstromversorgung ersetzen, argumentierte der Fachplaner. Bei länger anhaltenden Stromausfällen ermöglichen es BHKWs ihren Betreibern, auch Verbraucher mit Elektrizität zu versorgen, die nicht an die Notstromversorgung angeschlossen sind.

Die Kältefrage

Ob es Sinn macht, auch Kälte in KWK-Konzepte einzubeziehen, müsse im Einzelfall entschieden werden, führte Lüdeking weiter aus. Wirtschaftlich seien Adsorptionskältemaschinen nur dann, wenn der Kälte­grundlastbedarf entsprechend hoch ist, also z.B. in Krankenhäusern mit einem hohen OP-Anteil oder wenn medizinische Großgeräte oder Rechenzentren dauerhaft gekühlt werden müssen. Speicherkonzepte, die als Puffer für Wärme oder Kälte fungieren können, spielen dabei eine große Rolle.

Die Erneuerungsfrage

Wer bereits ein BHKW betreibt, steht früher oder später vor der Entscheidung, dieses zu erneuern. Da für erneuerte Anlagen besondere technische und rechtliche Regelungen gelten, will dieser Schritt gut überlegt sein, damit man sich mit neuen Anlagenkomponenten keine Nachteile erkauft. Als Faustregel gelte: Sind Anlagen älter als zehn Jahre, mache eine Erneuerung technisch und wirtschaftlich immer Sinn, so Lüdeking. Modullieferanten böten mittlerweile Wartungsverträge, die statt der vorgeschriebenen großen Revision nach 60.000 Betriebsstunden von vornherein eine Modernisierung vorsehen. Unter bestimmten Rahmenbedingungen sei eine Anlagenmodernisierung damit auch sinnvoll, wenn die Anlage noch keine zehn Jahre alt ist.

Die entscheidende Frage

Wer über ein neues BHKW oder die Erneuerung eines bestehenden nachdenkt, sollte handeln. Lüdeking ist überzeugt: „Auch in der nächsten Dekade bleibt die Kraft-Wärme-Kopplung die wirtschaftlich attraktivste und ökologisch vertretbarste Technik für die Strom-, Wärme- und Kälte­erzeugung in Krankenhäusern. Die Technologie ist so grundlegend auf den Energiebedarf von Kliniken zugeschnitten, dass es auf lange Sicht nichts Besseres geben wird.“ Mit Nutzungsgraden von bis zu 95 Prozent amortisierten sich kleine Neuanlagen innerhalb von rund fünf, größere Neuanlagen sogar oft schon innerhalb von dreieinhalb Jahren.

Die Präsentation zum Vortrag finden Sie unter www.fkt.de im Bereich Wissen/Vortragspräsentationen.

Maria Thalmayr

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