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Pflegekammer Rheinland-Pfalz Beschäftigte in der Pflege häufiger krank als andere

Pflegende melden sich häufiger krank als der Durchschnitt der übrigen Beschäftigten. Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz warnt vor einem Kollaps.

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Der aktuelle Barmer-Pflegereport zeigt: Pflege kann krank machen. Schichtdienst, hohe körperliche Anforderungen, Zeitdruck und zu wenig Personal bringen viele Pflegekräfte an die Grenzen ihrer körperlichen und psychischen Belastbarkeit. Hohe Krankenstände im Kollegium belasten die verbliebenen Pflegekräfte zusätzlich – ein Teufelskreis.

Allein das Bundesland Rheinland-Pfalz könnte rechnerisch auf einen Schlag 1.100 Pflegekräfte mehr haben, wenn die Pflegefachkräfte so gesund wären, wie Beschäftigte anderer Branchen. Zu diesem Urteil kommt Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Depressionen und Rückenerkrankungen

Besonders häufig: seelische Erkrankungen wie Depressionen. Sie sorgen laut Zahlen von 2019 im Pflegereport für durchschnittlich 7,6 Krankentage bei Mitarbeitenden in rheinland-pfälzischen Heimen. Im Landesdurchschnitt waren Beschäftigte infolge psychischer Leiden 3,6 Tage arbeitsunfähig.

An zweiter Stelle rangieren Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens. Mit durchschnittlich 7,4 Arbeitsunfähigkeitstagen sind sie ein weiterer Grund für die hohen Fehlzeiten von Pflegekräften in Rheinland-Pfalz. Auch dieser Wert liegt über dem Landesdurchschnitt aller Erwerbspersonen von 4,1 Krankentagen.

Bewusstsein für die Belastungen

Seitens der Politik und der Arbeitgeber müsse laut Mai, ein zusätzliches Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die immer größer werdende Belastung der beruflich Pflegenden einen erheblichen Einfluss auf die komplette Patientenversorgung hat. Verschärft würde die Lage durch teilweise prekäre Arbeitsbedingungen und den, gemessen am Belastungsaufwand und der umfassenden Verantwortung, viel zu niedrigen Löhnen. Die Arbeitnehmervertretungen dürften sich hier nicht abspeisen lassen und auf eine deutliche Lohnsteigerung pochen.

Löhne jenseits von 4.000 Euro

Mai fordert Löhne von über 4.000 Euro. „Die Ankündigung von flächendeckenden Tarifverträgen mit deutlich zu niedrigem Lohnniveau hilft hier definitiv nicht weiter, sondern birgt das Risiko, dass darüber liegende Löhne gar nicht mehr ausreichend refinanziert werden“ sagt Mai in einer Pressemitteilung der Pflegekammer.

„Wenn die Tarifparteien das nicht einsehen, müssen alternative Lösungen zwischen Kammern, Pflegeberufsverbandsvertretungen und Politik überlegt werden, die die Tarifautonomie nicht tangieren“ sagt Mai und warnt davor, dass immer mehr Pflegefachpersonen dem Berufsstand den Rücken kehren und immer weniger neue nachkommen. „Das Resultat wäre ein Kollaps des gesamten Gesundheitswesens, da wir hier von einer der größten und systemrelevantesten Berufsgruppen überhaupt sprechen“, warnt Mai.

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