Politik -

Approbationsordnung Bertelsmann Stiftung fürchtet verwässerte Reform

Nach knapp 20 Jahren steht die Erneuerung der Approbationsordnung für die Ärzteschaft kurz bevor. Doch auf der Zielgeraden könnten einige Änderungen verloren gehen. Die Bertelsmann Stiftung befürchtet, dass am Ende des Prozesses nur eine „Mini-Reform“ stehen könnte.

Die geltende Approbationsordnung von 2002 sei "längst nicht mehr zeitgemäß" und eine Reform "überfällig", kritisiert die Bertelsmann Stiftung in einer Stellungnahme. Konkret fordern die Autoren: Angehende Ärzte und Ärztinnen sollten "interprofessioneller, digitaler und praxisnäher ausgebildet werden, um den veränderten Anforderungen ihres Berufs besser gerecht werden zu können".

Dass die dafür notwendigen Änderungen in der Approbationsordnung wie geplant noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden, stehe jedoch auf der Kippe. Stattdessen würden voraussichtlich nur Teilaspekte einer umfassenden Reform umgesetzt, andere wichtige Inhalte hingegen in die nächste Legislatur verschoben. Dies gehe aus einem neuen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor, so die Stiftung.

Streitpunkt: Mehrkosten

Hintergrund der Verzögerungen sind offenbar Einwände aus dem Bundesrat gegen Teile der in einem vorangegangenen Referentenentwurf vorgesehenen Reformvorschläge. Streitpunkt zwischen BMG und Länderkammer sind demnach u.a. die durch eine umfassende Reform zu erwartenden Mehrkosten. Laut Schätzungen könnten diese dazu führen, dass die staatlichen Kosten von aktuell rund 300.000 Euro pro abgeschlossenem Medizinstudienplatz künftig um vier bis 20 Prozent steigen, heißt es vonseiten der Bertelsmann Stiftung. Eckhard Volbracht, Gesundheitsexperte der Stiftung, fordert die Beteiligten auf, ihre Fehde zu beenden: "Bund und Länder sollten sich endlich auf eine Finanzierung einigen und zugleich die medizinischen Fakultäten in die Pflicht nehmen, einen Teil der Mehrkosten durch interne Anpassungen und Umverteilungen zu übernehmen."

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