Telemedizin Beratung in der Intensivmedizin wird Regelversorgung

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Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fasste den Beschluss, dass mithilfe von Audio-Videoübertragungen gemeinsame Beratungen zur Therapieplanung und Versorgung intensivpflichtiger Patientinnen und Patienten mit Covid-19 in die Regelversorgung übergehen.

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Die Corona-Sonderlösung zur telemedizinischen Beratung in der Intensivmedizin wird in die Regelversorgung überführt. – © greenbutterfly (stock.adobe.com)

Das in Herz- und Lungenzentren vorhandene Expertenwissen soll von anderen Krankenhäusern bei der Behandlung intensivpflichtiger Patientinnen und Patienten mit Covid-19 genutzt werden können. Daher wird die Corona-Sonderlösung in ein reguläres telemedizinisches Angebot überführt: Mithilfe von Audio-Videoübertragungen sind dann gemeinsame Beratungen zur Therapieplanung und Versorgung möglich. Der G-BA fasste den dafür notwendigen Beschluss und ergänzte seine Zentrums-Regelungen. Mit seinem Beschluss präzisierte der G-BA auch die Mindeststandards, die von Zentren generell bei telemedizinischen Leistungen erfüllt werden müssen.

Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Bedarfsplanung, sagt: „Der G-BA überführt die guten Erfahrungen mit telemedizinischer Beratung, die während der Corona-Pandemie in der Intensivmedizin gemacht wurden, in die Regelversorgung. Denn es muss davon ausgegangen werden, dass das in Herz- und Lungenzentren vorhandene Spezialwissen bei intensivpflichtigen und langzeitbeatmeten Patientinnen und Patienten mit COVID-19 auch weiterhin gebraucht und abgefragt wird.“

Mindeststandards für telemedizinische Leistungen

Sollen die besonderen Aufgaben eines Zentrums mittels Telemedizin erbracht werden, müssen die betreffenden Krankenhäuser geeignete Mindeststandards bei der technischen Ausstattung erfüllen. Hierzu gehört vor allem eine hochauflösende und jederzeit durchführbare Audio- und Videoübertragung in Echtzeit, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht und eine Patientenuntersuchung durch den Arzt oder die Ärztin des Zentrums in hoher Qualität ermöglicht. Parallel zur Audio-Videoübertragung muss ein Zugriff auf die Originaldaten inklusive der aktuellen Bildgebung der Patienten möglich sein, um trotz räumlicher Trennung eine Empfehlung hinsichtlich Diagnostik und Therapie festzuhalten.

„Die heute beschlossenen Mindeststandards, die zukünftig bei allen telemedizinischen Leistungen von Zentren gelten, gehen ganz maßgeblich auf die Erfahrungen des Innovationsfonds-Projektes „TELnet@NRW“ zurück: Für die telemedizinische Versorgung in der Intensivmedizin und der Infektiologie wurde hier eine gemeinsame digitale Infrastruktur erfolgreich erprobt“, sagt Hecken.

Zuschläge für telemedizinische Leistungen bei Covid-19

Der Beschluss zur Ergänzung der Zentrums-Regelungen wird vom Bundesministerium für Gesundheit rechtlich geprüft und tritt zum 1. April 2022 in Kraft. Herz- und Lungenzentren können dann mit anderen Krankenhäusern telemedizinische Leistungen für Patientinnen und Patienten mit der Nebendiagnose SARS-CoV-2 vereinbaren. Voraussetzung ist, dass das Zentrum im Jahr 2020 mehr als 50 vollstationäre Fälle mit der Nebendiagnose SARS-CoV-2 intensivmedizinisch behandelt hat und die vom G-BA festgelegte telemedizinische Ausstattung vorhanden ist.