Assistierter Suizid -

Deutscher Pflegerat Sterbehilfegesetz: Perspektive der Pflegenden beachten

Professionell Pflegende stecken häufig in einem ethischen Dilemma zwischen ihrer Pflicht, sich für die Genesung einzusetzen, und dem Wunsch auf assistierten Suizid mancher betreuten Personen. Der Deutsche Pflegerat fordert deshalb u.a. den Ausbau von Präventionsstrategien.

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Sterbehilfegesetz: Perspektive der Pflegenden beachten
Der Deutsche Pflegerat fordert, die Perspektiven der Pflegenden bei einer neuen gesetzlichen Regelung zur Sterbehilfe nicht zu vergessen. -

„Die Perspektive Pflegender muss bei jedweder gesetzlichen Regelung zur Sterbehilfe berücksichtigt werden“, betont Franz Wagner, Vize-Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR). Wagner stellte in Berlin das Grundsatzpapier des DPR zur Diskussion um eine Gesetzesänderung zum Assistierten Suizid (Beihilfe zur Selbsttötung) und zur Tötung auf Verlangen vor.

Beruflich Pflegende sind häufig mit dem erklärten Todeswunsch oder dem Ansinnen nach einer Hilfestellung bei der Selbsttötung konfrontiert. Abhängig von ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld sind die beruflich Pflegenden auf diese existenziellen Anfragen von Patienten, Bewohnern, Betreuten oder deren Angehörigen nur unzureichend vorbereitet. Sie bleiben häufig in einem ethischen Dilemma, wenn sie mit dem Ansinnen eines assistierten Suizids konfrontiert werden. Denn sie sind verpflichtet, ihr Hauptaugenmerk auf die Genesung, die Linderung und eine würdige Sterbebegleitung zu richten. Das machte der DPR in seinem jetzt veröffentlichten Grundsatzpapier deutlich.

Pflegende an Präventionsprogramme beteiligen

Notwendige Konsequenzen und Verbesserungsmaßnahmen sieht der DPR im Ausbau der Präventions- und Behandlungsstrategien. Da Pflegende Kontakte zu vielen Risikogruppenwie Hochbetagten, sozial isolierten Menschen oder zu chronisch Kranken verfügen, sind sie in entsprechende Präventionsprogramme einzubeziehen, führt das DPR-Grundsatzpapier weiter aus. Darüber hinaus gelte es, die stationäre und ambulante Palliativ-Versorgung bundesweit anzubieten sowie auf eine verstärkte Aus,- Fort- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegenden für eine den Patientenwillen beherzigende Medizin und Pflege zu setzen.

Zeigen, wie palliative Versorgung geht

Laut dem DPR müsse man deutlich machen, dass eine das Leiden lindernde menschenwürdige Behandlung und Pflege vielfach eine hinreichende Antwort auf schwerstes Leid und Autonomieverlust sein kann. Davon ist der DPR nach eigenen Angaben überzeugt. Hier gelte es aufzuklären und an vielen Beispielen zu zeigen, wie kompetente palliative Versorgung,  empathische Betreuung und soziale Integration ein Leben und Sterben in  Würde ermögliche.

Offen über Suizidwünsche sprechen

„Dafür braucht man jedoch auch eine Kommunikationskultur, im Rahmen derer man offen über Suizidwünsche von Patienten und Bewohnern sprechen kann“, weise der DPR in seinem Grundsatzpapier hin. Gefordert seien zudem auch die Arbeitgeber, ihre auf existentielle Fragestellungen vorzubereiten und ihnen eine erfahrbare Unterstützung anzubieten.

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