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Stationäre Corona-Behandlung Behandlungsleitlinie von Fachgesellschaften aktualisiert

Um behandelnden Ärztinnen und Ärzten übergreifende Handlungsanweisungen an die Hand zu geben, sind die Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit Covid-19 aktualisiert worden.

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Die aktualisierte Leitlinie umfasst Empfehlungen über den gesamten Verlauf der stationären Behandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten. Von der Aufnahme und Diagnostik über die Therapie bis hin zum weiteren Krankheitsverlauf. Da an der Erstellung alle an der Therapie beteiligten Fachgruppen beteiligt waren, ermöglicht die Leitlinie eine fächerübergreifende Betrachtung.

„Derzeit werden täglich hunderte neue wissenschaftliche Arbeiten zu Covid-19 publiziert. Die vorliegende Leitlinie bezieht alle neuen und gesicherten Erkenntnisse mit ein und ist für ein strukturiertes, sicheres und ressourcenschonendes Management von Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus unerlässlich“, sagt Professor Dr. Stefan Kluge, Koordinator der Leitlinie und Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Medikamentöse Therapie wichtig

Seit Pandemiebeginn wird nicht nur fieberhaft nach Impfstoffen, sondern auch nach wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gesucht. Die medikamentöse Therapie von Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind nimmt in der aktualisierten Leitlinienfassung einen besonderen Stellenwert ein.

So gibt es neue Empfehlungen zu zahlreichen Medikamenten. „Eine klinische Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie bei moderater bis schwerer Covid-19-Erkrankung hospitalisierter Patienten ist weiterhin mit ausreichender Sicherheit nur für Dexamethason nachgewiesen“, sagt PD Dr. Christoph Spinner, Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie.

Andere Medikamente, sowohl mit antiviraler Wirksamkeit wie auch immunmodulatorische Therapien, können laut Autoren derzeit außerhalb klinischer Studien und entsprechend qualifizierter klinischer Einrichtungen, aufgrund bisher noch fehlender Evidenz, nicht regelhaft zum Einsatz empfohlen werden.

Zusammenarbeit mit CEOsys

Durch die Zusammenarbeit mit dem Forschungskonsortium CEOsys (COVID-19- Evidenzökosystem) und die Unterstützung des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (AWMF-IMWi) konnten wichtige therapeutisch relevante Fragestellungen der ursprünglichen S2k-Leitlinie mit systematischen Evidenzsynthesen hinterlegt werden. „Die in der Leitlinie getätigten Empfehlungen wurden in unserer Analyse bestätigt und konnten entsprechend belegt werden“, sagt Professor Dr. Nicole Skoetz von CEOsys.

Die S3-Leitlinie können Interessierte auf der Website der AWMF abrufen.

Zu CEOsys

CEOsys ist ein Konsortium aus 20 Universitätskliniken und weiteren Partnerorganisationen, das die Ergebnisse der verfügbaren wissenschaftlichen Studien zu COVID-19 sammelt, bewertet und zusammenfasst und sie der Gesellschaft in Form von Evidenzsynthesen und Handlungsempfehlungen zur Verfügung stellt.

Das CEOsys Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) gefördert.

Diese Fachgesellschaften waren an der Erstellung der Leitlinie beteiligt:

  • Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN); Berlin
  • Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Berlin
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Berlin
  • Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Nürnberg
  • Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI), Berlin
  • Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), Münster
  • Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung (GTH), Köln
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Berlin
  • Deutscher Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC), Ulm
  • ARDS Netzwerk Deutschland, Berlin
  • Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
  • Patientenvertretung (individueller Betroffener)
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