Baumaßnahmen im laufenden Betrieb: Qualität und Sicherheit im Blick

Krankenhausimmobilien und Gebäude für Pflegeeinrichtungen werden häufig im laufenden Betrieb umgebaut. Bei solchen Baumaßnahmen ist es eine besondere Herausforderung, Gefährdungen zu vermeiden und die Qualität der Baumaßnahmen sicherzustellen.

Kliniken müssen technisch auf dem aktuellen Stand sein, um Komfort, Sicherheit und planbare Betriebskosten zu gewährleisten. Vollständige Schließungen für Sanierungen bzw. Erweiterungen sind meist nicht möglich. Umbauten finden daher oft im laufenden Betrieb statt, was zu Gefährdungen durch Schnittstellen zwischen Baustelle und Betrieb führt. Die Planung und Durchführung solcher Maßnahmen erfordert daher eine besondere Abstimmung und Koordination der Bereiche Arbeitssicherheit- und Gesundheitsschutz, Bau und Gebäudetechnik im Hinblick auf die einzelnen Planungs- und Bauphasen, um alle sicherheitsrelevanten Anforderungen aufrechtzuerhalten.

Die Gefährdungen, die entstehen, müssen im Vorfeld separat durch einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) in einem SiGe-Plan beschrieben und während der Maßnahme weiter betreut werden. Die Baustelle und der Betrieb sollten räumlich – sofern möglich – klar getrennt werden. Lager- und Arbeitsstätten des Baus sind grundsätzlich gesondert von Bereichen des Betriebes, der Besucher und Patienten anzulegen. Folgende Punkte bedürfen in Planung und Ausführung besonderer Beachtung:

  • Verkehrssicherung: Planung der An- und Abfahrtswege für Baufahrzeuge, Hinweisschilder, Abgrenzungen/Sperrungen, Regelung des Fußgängerverkehrs,
    jeglicher sonstiger Einfluss der Baustelle wie Schwenkradien
    von Kränen etc.,
  • Lärmreduzierung und -vermeidung: Festlegung von Ruhe- und Arbeitszeiten, Auswahl lärmemissionsreduzierter Maschinen,
    Geräte und Bauverfahren,
  • Schmutzreduzierung und -vermeidung: Trennung/Abschluss des Baubereiches, Verwendung von Geräten und Bauverfahren mit verringerter Staubentwicklung,
  • Hygiene: Unterweisungen/Maßnahmen wegen Infektionsgefahr, besondere Maßnahmen beim ­Umbau von Trink- und Abwasserinstallationen,
  • Regelung von Zutrittsberechtigungen in sensiblen Bereichen für Arbeiter und Sicherung der Baustelle vor unberechtigtem Zutritt.

Besondere Anforderungen gibt es für den Brandschutz. Seine Belange sind in Brandschutzgutachten zu ermitteln. Die Maßnahmen müssen getrennt für die einzelnen Bauphasen bis zum Endausbau in Brandschutzkonzepten beschrieben werden, um durchgehend den notwendigen Brandschutz und die Aufrechterhaltung der Flucht- und Rettungswege zu gewährleisten. Für die Bauherren ist die baubegleitende Immobilienprüfung wesentlich, um die Qualität und den Baufortschritt zu überwachen. Beratungen bieten hier Entscheidungshilfen und Vor-Ort-Prüfungen sichern das vertraglich geschuldete Soll oder den Abgleich mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Regelmäßige Bautenstandskontrollen belegen die in Zahlungsplänen einzuhaltenden Fertigstellungsgrade.

Die Einhaltung der Landesbauordnungen und der weiteren einschlägigen Regelwerke bis zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik als Mindestmaß sind obligatorisch. Empfehlenswert ist auch die Beachtung der Informationsschrift der Berufsgenossenschaft: „BGI/GUV-/8681-1, Neu- und Umbauplanung im Krankenhaus unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes – Anforderungen an Funktionsbereiche“. Diese gibt Hinweise auf Größen und Anforderungen an die einzelnen Funktionsbereiche einer Klinik. Am Ende erfolgt eine umfassende Auflistung weiterführender Regelwerke zum Thema (erschienen im September 2011).

Baulicher Brandschutz  

  • Trennung und Aufrechthaltung von Brand-
    abschnitten während des Umbaus,
 
  • Verwendung geeigneter, zugelassener Baustoffe,
 
  • Kontrolle und Dokumentation des Einbaus zum späteren Nachweis,
 
  • Maßnahmen bei Eingriffen in bestehende Flucht- und Rettungswege.
 

Anlagentechnischer Brandschutz  

  • Anpassungen bei Eingriffen in bestehende Brandmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen (z.B. bei temporärem Abstellen der Wasserversorgung) oder Rauch-Wärme-Abzugsanlagen.
 

Organisatorischer Brandschutz  

  • Besondere Beachtung des Brandschutzes bei Bauarbeiten mit offenem Feuer oder Wärmequellen,
 
  • Maßnahmen und Einrichtungen auf der Baustelle zur Entstehungsbrandbekämpfung,
 
  • Beschreibung der Alarmkette (Aushang auf der Baustelle) – Unterweisung der Arbeiter zu den
    getroffenen Maßnahmen.