Aus der Branche -

Projekt mit gehörlosen und hörgeschädigten Patienten Barrierefreie Kommunikation bei der medizinischen Versorgung

Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart engagiert sich für den barrierefreien Umgang mit gehörlosen Patienten. Mitte September 2019 startet das Projekt „Hand in Hand. Verbesserung der medizinischen Versorgung gehörloser Patienten“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro Kommunikation.

Ziel des Projekts ist es, gehörlosen und hörgeschädigten Patienten eine barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen. Dabei sollen die Patienten sowohl bei einer geplanten Therapie als auch in einer medizinischen Notfallsituation unterstützt werden.

Die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen gestaltet sich immer noch viel zu oft als unüberwindbares Hindernis. Folglich kommt es insbesondere im medizinischen Bereich zu Missverständnissen, Informationsdefiziten und einer großen Verunsicherung. Edanur Cüre, Assistenzärztin am Robert-Bosch-Krankenhaus, hat deshalb gemeinsam mit Prof. Dr. med. Jörg. G. Albert, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, das Projekt „Hand in Hand. Verbesserung der medizinischen Versorgung gehörloser Patienten“ ins Leben gerufen.

„Eine adäquate Therapie funktioniert nur mit barrierefreier Kommunikation“, erklärt Cüre. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, diese zu gewährleisten.“ Sie selbst lernt die Gebärdensprache und hat schon als Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Wahlfach „Arzt-Patienten-Kommunikation mit gehörlosen Patienten“ etabliert.

Mit Unterstützung der Stiftung Pro Kommunikation in Baden-Württemberg sollen nun auch Ärzte und das Pflegefachkräfte des Robert-Bosch-Krankenhauses für einen barrierefreien Umgang mit Gehörlosen sensibilisiert und geschult werden. Die Mitarbeiter aller Abteilungen und Stationen inklusive der Notaufnahme haben daher Unterlagen mit praktischen Informationen für eine gelungene Kommunikation erhalten.

„Wir möchten zeigen, dass das Robert-Bosch-Krankenhaus offen ist für neue Wege in der Kommunikation“, erläutert Prof. Albert. Deshalb pflegt das Krankenhaus außerdem enge Kontakte zu Gebärdensprachdolmetschern, die bei Bedarf kurzfristig hinzugezogen werden können. Diese begleiten z.B. Aufnahm-, diagnostische sowie Aufklärungsgespräche vor Operationen.

Das Projekt wird durch den Verein Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhaues e.V. gefördert. Insgesamt leben nach Angabe des Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. in Deutschland rund 80.000 Gehörlose, die Dunkelziffer ist jedoch erheblich höher. Davon etwa 8.000 in Baden-Württemberg.

© hcm-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen