Green Facility Management Bakterientod ohne Chemie

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Hygiene und Nachhaltigkeit

Viele Bakterien, Keime und Viren sind selbst unter hochsensiblen Hygienevorkehrungen schwer einzudämmen – selbst mit speziellen chemischen Desinfektionsverfahren und -mitteln. Ein neuartiges Desinfektionsverfahren mit Kaltplasma für Flächen und v.a. auch die Luft verspricht eine umweltfreundliche und gesunde Alternative zu sein.

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    © Lehnert Lufttechnik
    Vergleich der verschiedenen Technologien der Luftreinigung.
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    Kaltplasma-Generator für den Einbau.
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    Mobiler Kaltplasma-Luftreiniger.

Ein Krankenhaus ist für multiresistente Keime eine wahre Lebensschule. Dort erleben die Bakterien die unterschiedlichsten Wirkweisen von Desinfektionsmitteln und Antibiotika und können so lernen, sich anzupassen und zu überleben. Ein oft beschriebener Teufelskreis, dessen Ende bisher nicht gefunden wurde.

Bakterizide, Sporozide, Fungizide und Viruzide machen in erster Linie eines: Sie töten den Zielorganismus ab. Was wäre aber, wenn man Keime und Bakterien schlichtweg wegfiltern könnte – ganz ohne Chemikalieneinsatz? Diese Frage stellte sich auch Werner Lehnert, Lüftungstechniker und Geschäftsführer der Lehnert GmbH & Co. KG aus Bad Wöris­hofen. Er hat eine neuartige Methode zur Luftreinigung entwickelt, mit der ­Bakterien, Keime, Viren, Schimmel und auch unangenehme Gerüche effektiv entfernt werden können: Kaltplasma. In letzter Vergangenheit ist Kaltplasma – ein elektrisch leitfähiges Teilchengemisch – immer wieder im Kontext mit dem Einsatz in der Medizin ins Gespräch gekommen. Man las sogar über Kaltplasma als Wunderwaffe gegen Krebs; Tumorzellen sollen damit zielgerichtet abgetötet werden. Dabei wurde immer wieder laut, dass Wissenschaftler mögliche Anwendungsgebiete im Kampf gegen multiresistente Erreger sehen.

Mit der Kaltplasma-Technologie, die Lehnert entwickelt hat, wird das für Einrichtungen im Gesundheitswesen bereits Realität. Die Kaltplasma-Generatoren Typ HPG2 und HPG3 ermöglichen durch Hochfrequenz die Erzeugung von Plasma bei Raumtemperatur und atmosphärischem Druck. Was daraus entsteht, ist Kaltplasma, direkt aus der Luft erzeugt. Kaltplasma führt zur Bildung polarisierter Partikel und reaktiver Chemi­kalien, darunter v.a. zu solchen aus der H+- und OH–Elementengruppe, die sowohl für ihr reichliches Vorkommen als auch ihre hochreaktiven Eigenschaften bekannt sind. Kaltplasma gewinnt da­-mit vier charakteristische Eigenschaften:

  • es polarisiert Partikel, d.h., es entstehen neue Ladungsträger aus neutralen Gasmolekülen, die mit beschleunigten Ionen und Elektronen kollidieren, diese sind hochreaktiv und bewirken so eine Teil- oder Totaloxidation der Luftschadstoffe.
  • es ist Katalysator für unterschiedliche Reaktionen, die für die Umgebungsverhältnisse unüblich sind,
  • es elimiert Bakterien, Viren, Schimmelpilze und
  • bündelt Partikel.

So funktioniert die Entkeimung mit KaltPlasma

Kaltplasma-Generatoren erzeugen während des Betriebes elektromagnetische Strahlung, die außerhalb einer metallischen Umhausung die Umwelt beeinflussen kann. Durch ein elektrisches Hochspannungsfeld mit hoher Frequenz wird unter atmosphärischem Druck ein Plasma mit Umgebungstemperatur erzeugt. Dies führt zur Bildung von polarisierten und reaktiven Teilchen, wie H+ oder OH-. Kaltplasma spricht laut Lehnert auf sämtliche in der Luft und auf Oberflächen vorhandene Schadstoffe an – je nach Zusammensetzung ist die Effizienz aber unterschiedlich. Mit dem Einbau eines Kalt-plasma-Generators in die Belüftungs- und Klimaanlagen in Büro- und Wohngebäuden, Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen konnten bereits folgende Ergebnisse erzielt werden:

  • Bakterien: Neutralisierungsgrad bis zu 99 Prozent.
  • Viren:Neutralisierungsgrad bis zu 99,9 Prozent.
  • Schimmelsporen: Neutralisierungsgrad bis zu 99,9 Prozent.
  • Staubpartikel generell: Neutralisierungsgrad bis zu 99 Prozent.

Tests in Einrichtungen des Gesundheitswesens stehen noch aus, dennoch gehören Krankenhäuser, Pflegeheime, Hospize, Großküchen und Forschungsstätten zur Zielgruppe von Lehnert. Das gilt v.a. im Hinblick auf die Gesundheitsprävention z.B. bei Menschen mit schwachem Immunsystem auf onkologischen oder Quärantänestationen, aber auch im Pflegeheim. Die Luftreinigung mit Kaltplasma hat einen weiteren positiven Aspekt: Damit können Gerüche gebunden und somit eliminiert werden. Das wiederum ist eine attraktive und v.a. gesundheitlich unbedenkliche Lösung zum Eindämmen von Gerüchen. Im Vergleich mit anderen Technologien der Luftreinigung (Tabelle Seite 64) zeigt sich, dass Kaltplasma v.a. durch die nichtselektive Wirkungsweise überzeugt. Auch wenn die Effizienz von Kaltplasma variieren kann, besteht laut Lehnert eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Methode sämtliche Schadstoffe wie

  • MRSA,
  • Candida albicans,
  • Streptococcus pneumoniae,
  • H1N1, H5N1,
  • E.coli und
  • Listeria

unschädlich macht. Interessierte Häuser können sich unter w.lehnert@lehnert-lufttechnik.de melden.