Bahr: Rationierungsdebatte wird überflüssig

Der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP)kritisierte auf dem 114. Deutschen Ärztetag in Kiel die von den Ärzten angestoßene Debatte über Rationierung und Prioritätensetzung in der Medizin.

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Bahr: Rationierungsdebatte wird überflüssig
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr -

Die Versorgung mit Medizinern solle so verbessert werden, dass diese Debatte unnötig werde, so Bahr Agenturberichten zufolge. Dieser Einschätzung widerspricht Bundesärztekammerpräsident Prof. Jörg-Dietrich Hoppe. Bei der Eröffnung des Ärztetages sagt er: "Keiner, der ernst genommen werden will, leugnet noch, dass es Rationierung in der Versorgung gibt und einen Mangel an Arztstunden." Hoppe zufolge ist der Wettbewerb um moderne Versorgungsformen das Gebot der Stunde. "Das war noch vor wenigen Jahren undenkbar.“ "

Unterdessen betont Martina Bunge, gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, dass eine Priorisierungsdebatte völlig fehl am Platz sei. "Statt darüber nachzudenken, welche Patienten künftig von welchen Leistungen ausgeschlossen werden, müssen wir endlich eine solide Finanzierung des Gesundheitssystems schaffen und die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern", kommentiert sie die Ankündigung des scheidenden Ärztepräsidenten Hoppe, eine Arbeitsgruppe der Ärztekammer Vorschläge zur so genannten Priorisierung erarbeiten zu lassen.

 

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