Stellungnahme BÄK wirbt für PCS-Zentren

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In einer 46-seitigen Stellungnahme zum Post-Covid-Syndrom (PCS) erläutert die Bundesärztekammer (BÄK) Definition, Symptomatik, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. „Wir möchten mit unserer ärztlich-wissenschaftlichen Expertise dazu beitragen, die Versorgung der Betroffenen zu verbessern, die Prävention zu stärken und die Forschung zu den Langzeitfolgen einer Coronainfektion zu intensivieren“, sagte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt vor Journalisten.

Zur besseren Versorgung der Betroffenen, schlägt die Bundesärztekammer bundesweite PCS-Zentren vor. – © macrovector (stock.adobe.com)

Einen verlässlichen Biomarker gebe es bisher nicht, deswegen sei es wichtig, den Fokus auf interdisziplinäre und patientenindividuelle Behandlungen zu legen, meint Prof. Michael Hallek, stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der BÄK. Auch eine kausale Therapie stehe bisher nicht zur Verfügung. Man stecke mitten in der Forschung.

Hallek schlägt bundesweite PCS-Zentren vor

Der nächste Schritt sei nun, aktuelle Strukturen zu festigen und auszubauen, sagt Hallek. Die BÄK schlägt bundesweite PCS-Zentren vor, die auf sektorenübergreifender Zusammenarbeit beruhen sollen. „Eine enge Kooperation zwischen den hausärztlichen und fachärztlich spezialisierten ambulanten Versorgern und den Zentren an größeren Kliniken ist notwendig“, heißt es dazu in der Stellungnahme. Weiter spiele der thematische Anschluss an die Sozialmedizin eine wichtige Rolle in Fällen von Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit.

Zusammenarbeit mit Forschung und Politik

Die enge Teambildung mit der Forschung müsse ebenso angestrebt werden wie eine evidenzbasierte, lösungsorientierte Zusammenarbeit mit der Politik, betonen die BÄK-Vertreter. Wichtig sei v.a. der Austausch untereinander, dafür brauche man eine Verbesserung der Datenlage: Das wohlbekannte Problem der Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem stellt sich auch bei diesem Thema.

Die Weichen für den weiteren Umgang mit PCS müssten jetzt gestellt werden, fordert die BÄK. Angesichts der Fallzahlen sei viel zu tun.

„Bis zu 15 Prozent der Corona-Infizierten entwickeln nach durchgestandener Infektion ein Post-Covid-Syndrom.“

Dr. Klaus Reinhardt

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