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Automotive Health Autos können auch gesund machen

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Wenn man derzeit die Automobilindustrie mit Gesundheit in Verbindung bringen möchte, so klingt das auf den ersten Moment gewagt. Aktuelle Berichte rund um das Thema Diesel drehen sich darum, wie schädlich die Abgase sind (siehe Studien über Sterbefälle als Folgen von Stickoxiden und Feinstaub aus Dieselmotoren). Dieser Beitrag handelt dagegen davon, dass uns Autos nicht nur krank, sondern auch gesund machen können.

Automotive Health ist ein innovatives Geschäftsmodell der Gesundheitswirtschaft, welches die zwei bislang völlig unabhängigen Bereiche Mobilität und Gesundheit verknüpft. Von der Vitaldatenmessung während der Fahrt über die Früherkennung gesundheitlicher Risiken bis hin zur direkten Kontaktaufnahme mit dem Arzt oder Notdienst: Mithilfe modernster digitaler Technik verbindet Automotive Health die Bereiche Mobilität und Gesundheitsleistungen.

Heute geht es primär um ergonomische Sitze oder eine eingeblendete Kaffeetasse, die es bereits seit 2009 bei Mercedes gibt, um dem Fahrer auf seine Müdigkeit aufmerksam zu machen. Ab dem 31. März 2018 müssen neue Automodelle mit einem automatischen Notruf (E-Call) ausgerüstet sein. Rettungskräfte können durch den E-Call teilweise doppelt so schnell am Unfallort sein. Dadurch könnten schätzungsweise in Europa rund 2.500 Menschenleben gerettet werden. Schön und gut, aber da geht noch deutlich mehr. Ein Auto verfügt über rund 800 Sensoren, die in Echtzeit Daten messen können und prädiktive Analysen erlauben – da lässt sich nur erahnen, was in Zukunft noch alles möglich sein wird. Bereits heute können wir im Auto folgende Daten erfassen:

  • EKG und Blutdruck/Puls,
  • Hautschweiß und -leitwiderstand,
  • Körpertemperatur und Temperatureinstellungen,
  • Fahrerdaten vom Sitz (anthropometrische Daten wie Sitz-, Lenkrad und Spiegeleinstellungen, Gewicht, Bewegung),
  • Lenkverhalten (nicht nur zur ­Müdigkeitserkennung),
  • Augenbewegungen,
  • Geräusche (Atemgeräusche, Husten),
  • Geruch,
  • Nanopartikel,
  • Kräfte (Lenk- und Pedalkräfte),
  • Reaktionszeiten,
  • Kommunikationsverhalten und Stimme.

Dabei ist das Auto eine geschlossene ­Kabine, in der der Fahrer in einer immer gleichen Position vorzufinden ist. Also ideale Umstände zur Messung von Ge­sundheitsdaten. Es ist denkbar, dass es in Zukunft nicht nur beim E-Call bleibt, sondern bei einem drohenden Herzinfarkt Sauerstoff in die Kabine gepumpt wird, während sich das Auto zum selbstfahrenden Rettungswagen verwandelt und selbstständig das nächstgelegene Krankenhaus mit einer Notaufnahme anfährt.

Derzeit werden Automobilhändler durch die FOM – Hochschule für Oekonomie und Management befragt, wie sie das Potenzial von Automotive Health aus Anbietersicht einschätzen. Die Ergebnisse werden am 28. Mai 2018 bei der ersten „Automotive Health Conference“ in Deutschland an der FOM Düsseldorf vorgestellt. Kommen Sie vorbeigefahren und diskutieren Sie kostenfrei mit. Alle Infos finden Sie unter: goo.gl/mRReB3

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