Aus der Branche -

Charité/comjoodoc Austauschplattform für medizinisches Personal

comjoodoc hat eine Plattform geschaffen, die bereits im Klinikalltag an der Charité, z.B. bei standortübergreifenden Fallbesprechungen sowie bei internationaler Zusammenarbeit, genutzt wird. Darüber können sich alle, die in der Patientenversorgung involviert sind, sicher vernetzen,vom Arzt über die Pflegekraft bis zum Patienten, vom Apotheker bis zum Labormitarbeiter.

71 Prozent aller Ärzte wären gern digital vernetzt, sind es aber nicht. 83 Prozent aller Patienten meinen, dass die Digitalisierung im Gesundheitsbereich erheblich hinter ihren Wünschen und Vorstellungen herhinkt. Zu diesem Ergebnis kommt comjoo business solutions GmbH nach der Auswertung aktueller Studien und Umfragen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine einfache und datensichere Plattform geschaffen, die bereits in der Telemedizin oder im Klinikalltag an der Charité, z.B. bei standortübergreifenden Fallbesprechungen sowie bei internationaler Zusammenarbeit, genutzt wird. Über https://www.comjoodoc.de/ sollen sich alle, die in der Patientenversorgung involviert sind, sicher vernetzen können.

So funktioniert die digitale Versorgung

Patienten kommen oft mit unklarer Datenlage in die Klinik, notwendige Informationen müssen erst mühsam erfragt und gesammelt werden werden. Entscheidungen, die den Patienten betreffen sind nicht für alle Beteiligten transparent und werden im stressigen Arbeitsalltag nicht immer gut übermittelt. Anders in der Charité: Dort werden über die Plattform comjoodoc erste betreuungsintensive Patienten, wie nach einer Nierentransplantation, vor und nach dem Klinikaufenthalt intensiv digital betreut. So kann ein Nachsorgetermin einfach über Video-Chat stattfinden, damit sich der Arzt ein Bild vom aktuellen Gesundheitszustand machen kann und dem Patienten die mitunter weite Anreise erspart bleibt.

Zukünftig sollen auch relevante Befunde übermittelt und in die digitale Patientenakte integriert werden. Bei Bedarf können sich laut comjoodoc der niedergelassene Facharzt sowie das Klinik-Team über einen abgesicherten Chat austauschen, sich gegebenenfalls in einer Video-Fallkonferenz besprechen und das Ergebnis direkt in der digitalen Fallakte dokumentieren. Auch ist daran gedacht bei nierentransplantierten Patienten auf diesem Weg die Kommunikation mit den niedergelassenen Fachärzten in der notwendigen lebenslangen Nachsorge zu verbessern. Es gehe darum, eventuelle Abstoßungsreaktionen, Infekte oder andere Komplikationen rechtzeitig zu bemerken. Eine sichere Chatfunktion soll die Servicequalität und Erreichbarkeit des Zentrums verbessern. Zudem seien derartige Modelle für seltene Erkrankungen im ländlichen Raum sehr interessant, da so die wenigen vorhandenen Experten aus Ballungsgebieten besser die Versorgung übernehmen können.

Die Nephrologie der Charité macht es vor

Die Abteilung für Nephrologie und internistische Intensivmedizin der Berliner Charité arbeitet seit 2018 mit comjoodoc. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wird eine zentrale Plattform DACE (Digital Allround-Care Ecosystem) für interdisziplinäre, intersektorale und vernetzte Gesundheitsversorgung in Deutschland aufgebaut. Ziel ist es, an verschiedenen Beispielen die Machbarkeit und die Datensicherheit aufzuzeigen, um dann derartige Versorgungsformen zeitnah deutschlandweit zu etablieren und so einen weiteren Schritt in der digitalen Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Mehr zum Projekt können Sie hier nachlesen: http://dace-project.com/. 

© hcm-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen