Medizin/Forschung in Schwaben Augsburg bekommt eine Uniklinik

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Seit Freitag, den 8. Juli, ist klar: Die Stadt Augsburg bekommt eine Uniklinik. Der Wissenschaftsrat hat sich in einem Votum positiv für den Aufbau einer Universitätsmedizin ausgesprochen. Der Fokus soll auf Umweltmedizin sowie Medizin- und Bioinformatik liegen.

Nicht mehr lange, dann bekommt Augsburg eine Uniklinik. Start für das Medizinstudium könnte schon im Herbst 2018 sein. – © simonwhitehurst (Fotolia.com)

Im Herbst 2018 geht es höchstwahrscheinlich los mit dem Medizinstudium in Augsburg. Dann sei der Ausbau des neuen Fakultätsgebäudes so weit fertig gestellt, dass die ersten Studenten starten können. Es wird direkt neben dem Klinikum errichtet, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Gesamtkosten für Bau, Personalund Ausrüstung sollen in die Milliarden gehen. Dennoch ist der Tenor über das Großprojekt allgemein mehr als positiv.

Langfristig sollen in Augsburg mit der Uniklinik 1.500 Plätze für ein Medizinstudium geschaffen werden, sowie Arbeitsplätze für 100 Professoren und 1.000 weitere Mitarbeiter mit dem Schwerpunkt Umweltmedizinund Medizininformatik.

Forschungsschwerpunkt überzeugt Wissenschaftsrat

Besonders überzeugt habe den Wissenschaftsrat das Lehrkonzept, welches seine Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums (2014) umsetzt. „Die klar wissenschaftsorientierte Ausrichtung des Studiums setzt sich in einem strukturierten Promotionsprogrammund einem überzeugenden Konzept für ein clinician-scientist -Programm fort. Aber auch das translationsorientierte Forschungskonzept mit seinen miteinander verbundenen Forschungsschwerpunkten überzeugtund hat Alleinstellungspotenzial“, heißt es in einer Presseerklärung des Wissenschaftsrates.

Positiv sei außerdem, dass damit das bestehende Klinikum Augsburg in ein Universitätsklinikum mit staatlicher Trägerschaft überführt werden soll.

Kein Schaden für bestehende Unikliniken

Für das positive Votum des Wissenschaftsrates entscheidend sei neben Tragfähigkeitund wissenschaftlichem Mehrwert des Konzepts, dass der Aufbau in Augsburg nicht zu Lasten der bestehenden universitätsmedizinischen Standorte in Bayern gehe. Die Mittel, die der Freistaat für den Aufbau in die Hand zu nehmen bereit sei, seien „wichtiger Ausweis für die Solidität des Projekts“, heißt es beim Wissenschaftsrat. Dennoch habe man dort die Befürchtung, dass damit Spielräume für die übrigen Standorte geringer werden könnten. Deshalb betonte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Manfred Prenzel: „Wir knüpfen unser positives Votum an die unverzichtbare Voraussetzung, dass der Freistaat Bayern im Zuge der Fortschreibung des ‚Innovationsbündnisses Hochschule 2018‘ allen Hochschulenund den Universitätsklinika in Bayern auch weiterhin verlässliche finanzielle Rahmenbedingungenund die notwendige Planungssicherheit gewährt. Außerdem empfehlen wir, in dem Rahmen den Universitätsklinika einen vollen Ausgleich der Tarifsteigerungen beim Personal zu gewähren. Ohne einen solchen Pakt für alle Standorte erhält der Aufbau in Augsburg nicht den Segen des Wissenschaftsrates.“

Medizincampus für die Uni Augsburg

Für Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, zeige das Votum, dass die Augsburger Universitätsmedizin auf dem richtigen Weg ist. „Ich freue mich sehr, dass der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen das innovative Lehr-und Forschungskonzept der Universität Augsburg für die medizinische Fakultät positiv würdigt. Für die Universität bedeutet dies eine enorme Ausbau mit einer weiteren Fakultät, einem zusätzlichen Medizincampus sowie einen Zuwachs von etwa fünfzig Prozent an Professuren.“