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12. Kliniksprechertag „Aufhören zu glänzen und anfangen zu leuchten“

Unternehmenskommunikation in unruhigen Zeiten stand im Fokus der Veranstaltung Mitte März in Münster. Rund 60 Kliniksprecher sind dazu aus ganz Deutschland angereist und suchten gemeinsam Antworten auf die Frage: "Wie kann die Kultur eines Hauses kommunikativ gestärkt und in die Markenentwicklung integriert werden?"

„Viele Werte, viele Stimmen - eine Identität? Klinikkommunikation in schwierigen Zeiten“, so lautete das Motto des 12. Kliniksprechertags, der am 14. März 2019 im Zwei-Löwen-Klub in Münster stattfand. Rund 60 Kliniksprecher aus dem gesamten Bundesgebiet waren der Einladung der Agentur lege artis gefolgt, um gemeinsam über die aktuelle Situation ihrer Branche zu diskutieren. Im Fokus stand in diesem Jahr die Unternehmenskultur in den Krankenhäusern, die in Zeiten von Fachkräftemangel, zunehmender Diversität und schwelenden Generationenkonflikten als Unterscheidungsmerkmal an Bedeutung gewinnt. Da zudem immer mehr Stakeholder auf immer mehr Kanälen mitreden und dabei Leistungen und Eigenschaften der Kliniken beurteilen, entwickelt sich dieses Spannungsfeld für die Unternehmenskommunikation zur zentralen Herausforderung. Auf die Frage, wie die Kultur eines Hauses kommunikativ gestärkt und in die Markentwicklung integriert werden kann, wurden Antworten gesucht.

Konsistenz und Haltung

Den Eröffnungsvortrag hielt Klaus Heiermann, Vorstandsmitglied der ARAG Holding SE und Leiter der Hauptabteilung Konzernkommunikation und Marketing bei der ARAG SE. Unter dem Titel „Demokratisierung der Unternehmenskommunikation“ gab er den Kliniksprechern Einblicke in die integrierte Kommunikationsstrategie des familiengeführten Versicherungsunternehmens, das sich wie Krankenhäuser auch in einem hoch emotionalisierten Kontext bewegt. Beide Bereiche seien der extrem dynamischen Meinungsbildung im Internet ausgeliefert und müssten deshalb in der Lage sein, mit der Komplexität der verschiedenen Stimmen in den unterschiedlichen Kanälen umzugehen. Die Strategie bei ARAG: Mitarbeiter außerhalb der Unternehmenskommunikation als Speaker befähigen.

Was trägt die Pflege zur Unternemenskultur bei?

Über den Beitrag der Pflege zur Unternehmenskultur referierte die Professorin für Pflegewissenschaft der Hochschule Osnabrück, Stefanie Seeling. Ihr Ziel ist es, die klassisch hierarchischen Strukturen aufzubrechen und Pflege stärker bedarfs- und kompetenzorientiert zu organisieren. Dies könne die Unternehmenskultur des gesamten Krankenhauses stärken und Konsequenzen für die Kommunikation nach innen und außen haben, betonte Seeling.

Anschließend stellte Thorsten Schabelon, Leiter Marketing und Kommunikaton am Universitätsklinikum Essen, ein Integrations- und Ausbildungsprojekt für Flüchtlinge vor. 25 junge Frauen und Männer hatten im November 2016 begonnen, sich fern der Heimat auf den Pflegeberuf vorzubereiten.

Mitarbeiterkommunikation ist der Schmierstoff

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den drei Referenten zeigte sich, dass die Klinikkommunikation im Branchenvergleich an einigen Stellen noch aufholen kann. Dies sei auch dadurch bedingt, dass man an vielen Stellen bisher nicht tätig werden musste, war sich die Runde einig. Der Wind habe sich aber in den letzten Jahren gedreht: Durch äußere Einflüsse wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und die voranschreitende Ökonomisierung gerate das System zunehmend unter Druck. Nun sei v.a. die Unternehmenskommunikation gefordert, um die Unternehmenskultur in diesen schwierigen Zeiten zu bewahren. „Da, wo Wettbewerb ist, wird Kommunikation zum treibender Faktor“, ermutigte Heiermann die Klinikspercher. Und Katharina Lutermann, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei den Schüchtermann-Schiller'schen Kliniken Bad Rothenfelde, brachte aus dem Plenum heraus die Diskussion auf den Punkt. Sie forderte ihre Kollegen dazu auf, nicht bloß die Oberflächen zu polieren: „Wir müssen endlich aufhören zu glänzen und anfangen zu leuchten.“

Neben den Vorträgen hatten die Kliniksprecher Gelegenheit an unterschiedlichen Workshops teilzunehmen. Dabei stand z.B. die Themen Instragram und Recruiting auf der Agenda. Dr. Tobias Weimer, Fachanwalt für Medizinrecht und Autor bei HCM, sorgte in seinem Workshop „Was dürfen Krankenhäuser?“ für Aufkläruzng. Ersprach er mit den Teilnehmenden über das Heilmittelwerbegesetz und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Mit zahlreichen Beispielen sensibilisierte er so für die Tücken des Werbe- und Wettbewerbsrechts.

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