Aufbereitete Medizinprodukte gefahrlos wiederverwenden

Nach der Aufbereitung und Wiederverwendung von Einmal-Medizinprodukten erkundigte sich die SPD-Fraktion in einer Kleinen Anfrage (17/5968). Die Abgeordneten wollten u.a. wissen, wie die Regierung eine mögliche Gefährdung von Patienten durch die Verwendung aufbereiteter Einmalprodukte bewertet.

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In der Antwort heißt es, die bestehenden Vorschriften stellten auch nach Aussagen von Experten sicher, „dass aufbereitete Medizinprodukte gefahrlos wieder verwendet werden können“. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass alle Vorgaben strikt eingehalten werden. Unverzichtbar sei eine funktionierende Überwachung durch die Landesbehörden. Der Bundesregierung lägen keine Anhaltspunkte vor, dass diese Kontrolle „grundsätzlich nicht funktioniert““ Um die Länder zu unterstützen und ein möglichst bundeseinheitliches Vorgehen zu gewährleisten, arbeitet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Angaben zufolge zurzeit an einer „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Medizinproduktegesetzes“. Die Bundesregierung verweist zudem darauf, dass sich derzeit beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Untersuchung läuft. Eine Vorstudie zur Qualität aufbereiteter Medizinprodukte sei erstellt, werde aber noch intern „überprüft und diskutiert“, heißt es vom BfArM. Auf dieser Grundlage wollen Experten von BfArM, BMG und Landesbehörden in Folge besprechen, wie eine Hauptstudie zur Aufbereitung von Medizinprodukten aussehen könnte.

Medizinische Einmalprodukte wiederzuverwenden wird von der EU-Kommission kritisch bewertet, in Frankreich ist es verboten. In Deutschland wird gesetzlich nicht zwischen Einmal- und Mehrwegprodukten unterschieden. Es gelten die Empfehlungen zu den „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts und des BfArM.