IT- und Medizintechnik -

Digital Health Auf dem Weg zum Smart Hospital

Eine zeitgerechte und an die Bedürfnisse der Patienten angepasste Gesundheitsversorgung kann durch sektorenübergreifende und vernetzte Strukturen unterstützt werden. Das Konzept des Smart Hospitals kann hier greifen. Ein Beispiel dafür liefert das Universitätsklinikum Essen.

Themenseiten: DGFM und Digitalisierung

Digital-Health-Anwendungen ermöglichen Krankenhäusern, ihre Souveränität zu fördern und die Versorgung auf ein neues Level zu stellen. Um das Potenzial der Digitalisierung optimal zu ergreifen, müssen Strukturen und Prozesse neu geordnet werden. In diesem Zuge wird auch von dem Begriff Smart Hospital gesprochen. Hiermit wird ein Krankenhaus bezeichnet, in dem in allen Stationen die Behandlungsverläufe disziplin- und standortübergreifend digital miteinander vernetzt sind. Smart Hospital beeinhaltet die Vision und gleichzeitig das Ziel einer zeitgerechten, auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten Gesundheitsversorgung, welches durch die Vernetzung und den strukturierten Datenaustausches realisiert wird. Daraus lässt sich ableiten, dass das Smart Hospital ein komplexes Innovationsfeld der Anwendung von 4.0-Technologien mit neuen Anforderungen in der klinischen Versorgung darstellt.

Ein Kernelement ist die elektronische Patientenakte (ePA), in der alle relevanten Patienteninformationen wie Bilddaten, Diagnosen oder Medikationen digital gespeichert und abrufbar sind. Innerhalb und außerhalb einer Klinik ist somit die optimale Patientenbehandlung gewährleistet. Zusätzlich sollen Doppeluntersuchungen vermieden und die Behandlungsqualität und -sicherheit gesteigert werden. Somit stellt die konsequente Einführung und Durchführung einer standardisierten Kommunikation mit Hilfe der ePA ein zentrales Merkmal für die Prozesse- und Effektivitätssteigerung durch das neue digitale Gesundheitsnetzwerk dar.Auch das Universitätsklinikum (UK) Essen hat die ePA zum Herzstück des Projektes Smart Hospital gemacht (siehe Interview mit dem ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden Prof. Jochen Werner in Ausgabe 11/2017, Seite 11). Zeitgleich setzt das UK Essen als einer der Vorreiter auf dem Gebiet Smart Hospital in Deutschland mehrere Teilprojekte fest:

  • Ein Roboterzentrum,
  • die Einführung eines digital unterstützten Call Centers,
  • eine eigenständige Abteilung für den 3-D-Druck sowie
  • eine übergreifende Abteilung für IT-Sicherheit

sind als Ziele für das Jahr 2018 geplant. Aus diesem Grund gewinnen IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit und Datenschutz zunehmend an Bedeutung. Die Digitalisierung ermöglicht die Optimierung von Interdisziplinarität und die ideale Verknüpfung zentraler medizinischer Bereiche mit den Fachkliniken und Hausärzten.

Zudem können digitale Technolo­gien Abläufe beschleunigen, Fehler reduzieren und die Präzision fokussieren. Auf dem Weg zum Krankenhaus der Zukunft steht der Patient mit seinen Bedürfnissen im Fokus des digitalen Gesundheitsnetzwerks. Digitale Prozesse wirken auch für die Mediziner als Unterstützung und Entlastung im Krankenhausalltag und sind eine große Chance für das Berufsbild Arzt, das sich mit der Digitalisierung verändern wird. Das Smart Hospital steht erst am Anfang eines langen und intensiven Veränderungsprozesses, an dessen Ende die Medizin eine andere sein wird als heute.

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