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ASV: G-BA legt erste Onkologie-Kriterien fest, Kritik an Politik

Einen Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gefasst. Kriterien für schwere Verlaufsformen und Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen und damit den ASV-Zugang festzulegen, stößt dem G-BA übel auf.

Vor allem Patientenvertreter und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisieren, dass viele Betroffene nach dem Beschluss des G-BA von der ASV ausgeschlossen bleiben. Als "Ersatzdiskussion" betitelt das Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches G-BA-Mitglied. Es sei nun einmal so, dass der Gesetzgeber diese enge Ziehung gewollt habe. "Wir alle empfinden es als extrem undankbar, dass wir durch den Gesetzgeber vorgegeben, schwere und leichte Formen trennen müssen. Ich halte das nicht dauerhaft für tragbar", sagt die Vorsitzende des Unterausschusses ASV. Man müsse "an den Gesetzgeber adressieren, ob er an dieser in meinen Augen medizinisch unmöglichen Aufteilung der onkologischen Patienten für die Zukunft festhalten" wolle.

Das Papier definiert, personelle, sachliche und organisatorische Anforderungen an Vertragsärzte und Krankenhäuser, die eine solche Versorgung anbieten wollen. Es regelt Diagnostik, Behandlung und Beratung von Patienten ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle. Zu der Gruppe der zu behandelnden Personen zählen Betroffene mit regelhaft schweren Verlaufsformen von bösartigen Krebserkrankungen, insbesondere des Darms, aber auch der Gallenblase, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse. Auch andere Organe des Bauches, wie Milz oder Nieren, können von solchen Tumoren betroffen sein und künftig innerhalb der ASV behandelt werden. Die Versorgung selbst muss durch ein Behandlungsteam sichergestellt werden. Zum Kernteam gehören z.B. Fachärzte für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämatologie, Onkologie, Strahlentherapie sowie für Allgemein- oder Viszeralchirurgie. Darüber hinaus werden Qualitätsvorgaben für Personal und Ausstattung gemacht. In der kommenden Woche soll eine Anlage zu Gynäkologischen Tumoren beraten werden, parallel werden die Beratungen zu den seltenen Erkrankungen fortgesetzt. Der Beschluss soll am 1. Juli 2014 in Kraft treten.

Gesetzliche Grundlage der ASV ist § 116b SGB V, der mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) im Jahr 2012 neu gefasst wurde. Der vormals ausschließlich auf Krankenhäuser bezogene Geltungsbereich wurde mit dem Gesetz auch auf vertragsärztliche Leistungserbringer ausgedehnt und soll zu einem neuen sektorenübergreifenden Versorgungsbereich ausgebaut werden.

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