Versicherung -

Arbeitsunfähigkeit: KBV will Formularunwesen zu Leibe rücken

Der bürokratische Aufwand beim Bezug von Krankengeld soll deutlich geringer werden. Das kündigt Dr. Andreas Gassen, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), an.

Dieses Problem war als eines der drängendsten im "Monitor Patientenberatung 2014" genannt worden. Gassen zufolge will man gemeinsam mit den Kassen das Formularwesen vereinfachen. "Eine vollständige Weiterzahlung von Krankengeld ist nur möglich, wenn eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am letzten Tag der bisherigen Krankschreibung erfolgt ist", sagt Gassen bei einer Pressekonferenz mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann. Zudem bestehe Gassen zufolge ein erhöhter bürokratischer Aufwand, da unterschiedliche Antragsformulare zu berücksichtigen seien. "Wir wollen das anders gestalten, damit es nicht zu ungerechtfertigten Härten kommt", kündigt Gassen an. Derzeit liefen intensive Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband, um verschiedene Formulare zusammenzulegen. Mit dem neuen Formular soll dann auch leicht verständlich über die Anforderungen an eine lückenlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung informiert werden. Der Monitor Patientenberatung habe gezeigt, dass es in der Vergangenheit zu oft vorgekommen sei, dass Versicherte aus dem Krankengeldbezug "herausgefallen" seien, stellt Staatssekretär Laumann fest. Das sei z.B. der Fall gewesen, wenn ein Versicherter bis Mittwoch krankgeschrieben war und erst am Donnerstag eine Folgebescheinigung über die weitere Arbeitsunfähigkeit erhalten habe. Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, bestätigt "praktische Anschlussprobleme", gerade Richtung Wochenende. "Bleiben die Nachweise aus, können wir das Krankengeld nicht weiterzahlen", so Graalmann. "Bei KH- oder Reha-Entlassung am Freitag reicht es heute aus, wenn man sich am Montag beim niedergelassen Arzt meldet, um eine Bestätigung über die weitere Arbeitsunfähigkeit zu bekommen." Der AOK-Chef verweist auf eine Initiative des Bundesrates, diese Regelung auszuweiten, "mit guten Aussichten auf Erfolg".

Dem "Formularunwesen" zu Leibe rücken, wollen KBV und Krankenkassen auch beim Beantragen einer medizinischen Rehabilitation, verspricht Gassen. Das bisherige mehrstufige Verfahren solle im Sinne von Ärzten und Patienten vereinfacht werden, um Hürden abzubauen.

Im Juli 2014 hatte die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) den "Monitor Patientenberatung 2014" an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung übergeben. Er beschreibt, zu welchen Problemen Hilfe bei der UPD gesucht wurde.

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