Bedürfnisse von Menschen mit Demenz Arbeitshilfe soll Pflege in letzter Lebensphase unterstützen

Zugehörige Themenseiten:
Alterskrankheiten

Eine Arbeitshilfe des Zentrums für Palliativmedizin der Uniklinik Köln soll dabei helfen, Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase zu unterstützen. Ziel ist es, ihre Bedürfnisse erkennen und erfüllen zu können.

Die Forschungsgruppe um Dr. Klaus Maria Perrar (3.v.r.) und Prof. Dr. Raymond Voltz (2.v.l.) vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln. – © Uniklinik Köln

Wie kann ein Mensch mit schwerer Demenz seine Bedürfnisse äußern, auch wenn er seine Sprache verloren hat? Wie können seine Bedürfnisse wahrgenommen und wie erfüllt werden? Forscher des Zentrums für Palliativmedizin der Uniklinik Köln haben sich genau diesen Fragen gewidmet.

Das Projekt mit dem Thema „ Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz in der letzten Lebensphase erkennen und ihnen begegnen: Implementierung einer Arbeitshilfe in die Versorgungspraxis der ambulanten und stationären Altenhilfe“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, wurde kürzlich abgeschlossen. Bereits in einem vorangegangenen Projekt konnte belegt werden, dass sich selbst im fortgeschrittenen Stadium der Demenz eine sehr komplexe Bedürfnislage zeigt, die auf weiterhin vorhandene differenzierte Empfindungen, Wünsche oder Absichten der Betroffenen hinweist.

Beispiele und Handlungsempfehlungen

Die im Zentrum für Palliativmedizin unter der Projektleitung von Dr. Klaus Maria Perrar und Prof. Dr. Raymond Voltz entwickelte Arbeitshilfe soll es nun ermöglichen, die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensende zu erfassen, auch wenn sie diese nicht mehr äußern können. Ausgehend von intensiven Beobachtungen werden Hilfestellungen gegeben, wie Bedürfnisse körperlicher, psychosozialer oder spiritueller Art zu erfüllen sind. Die Arbeitshilfe gibt Beispiele und Handlungsempfehlungen.

In der Versorgungspraxis erprobt

Die Anwendung der Arbeitshilfe wurde in der ambulanten und stationären Altenhilfe erprobt, reflektiert und auf die jeweilige Arbeitssituation angepasst. „Wir wurden darin bestätigt, wie vielfältig die Bedürfnisse von Menschen selbst mit schwerer Demenz auch an ihrem Lebensende noch sind“, erklärt dazu Dr. Perrar.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ergänzt: „Menschen mit schwerer Demenz sind nahezu vollkommen von den Personen in ihrer Umgebung abhängig und auf Unterstützung angewiesen. Mit der jetzt vorliegenden Arbeitshilfe können wir Pflegekräfte besser unterstützen. Sie können hiermit Bedürfnisse der Erkrankten besser erkennen und angemessen reagieren. Die Arbeitshilfe stellt einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit schwerer Demenz in ihrer letzten Lebensphase dar.“

Die Arbeitshilfe und der Abschlussbericht des Projekts sind online abrufbar.