Studie App unterstützt verantwortungsvollen Antibiotika-Einsatz

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Digitalisierung

Eine neue App soll Ärztinnen und Ärzten in Kliniken den zielgerichteten Einsatz von Antibiotika erleichtern und die Resistenzbildung verringern. Die HELP-App wurde unter Federführung des Universitätsklinikums Jena im SMITH-Konsortium der Medizininformatik-Initiative entwickelt.

Die HELP-App soll soll Ärztinnen und Ärzten in Kliniken den zielgerichteten Einsatz von Antibiotika erleichtern. – © denisismagilov (stock.adobe.com)

Staphylokokken sind eine der häufigsten Ursachen von Blutstrominfektionen, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. Patientinnen und Patienten gezielt und wirkungsvoll zu behandeln und insbesondere auf eine verantwortungsvolle Antibiotikatherapie zu achten – das ist das Ziel des klinischen Anwendungsfalls HELP. HELP steht für Hospital-wide Electronic Medical Record Evaluated Computerised Decision Support System to Improve Outcomes of Patients With Staphylococcal Bloodstream Infection.

„Als digitales Handbuch informiert die App die behandelnden Ärztinnen und Ärzte auf Normal- und Intensivstationen über die jeweils nächsten diagnostischen und therapeutischen Schritte“, sagt Prof. André Scherag vom Universitätsklinikum Jena. So soll die Patientenversorgung unmittelbar verbessert werden. Die App wird im Rahmen einer klinischen Studie evaluiert. Daran beteiligt sind die fünf Universitätsklinika Aachen, Essen, Halle, Jena und Leipzig. Seit Ende Juni 2021 befindet sich die App an allen Standorten im Einsatz.

Standortübergreifende Datennutzung

Nach Angaben der Verantwortlichen zeigt HELP die Möglichkeiten moderner digitaler Dienstleistungen und Infrastrukturen im Gesundheitsbereich. Die an den SMITH-Standorten aufgebauten Datenintegrationszentren erschließen die für die HELP-Studie erforderlichen Daten und stellen sie anonymisiert für die Studienauswertung bereit. „Die Zentren schaffen die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die standortübergreifende Datennutzung“, sagt Dr. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums am Universitätsklinikum Jena. „Wir zeigen mit HELP, dass das auch wirklich funktioniert.“ Die Datenintegrationszentren sollen als nachhaltige Struktur der Medizininformatik-Initiative dafür sorgen, dass medizinische Daten für die Verbesserung von Versorgung und Forschung nutzbar werden.