Klinik -

AOK fordert bundeseinheitliche Qualitätsstandards für Kliniken

In diesem Jahr soll es endlich soweit sein, für 2015 plant die Bundesregierung eine Krankenhausreform. Die AOK hat jetzt den Krankenkassen-Report 2015 vorgelegt und fordert einen konsequenten Umbau der Kliniklandschaft durch Spezialisierung und Zentralisierung.

"Qualität darf nicht teilbar sein, Versorgung darf nicht vom Zufall oder der Postleitzahl des Patienten abhängen", sagt Deh anlässlich der Vorstellung des AOK-Krankenhaus-Reports 2015. Für eine qualitativ hochwertige Versorgung brauche es künftig Spezialisierung und Zentralisierung sowie einheitliche Standards für Qualität und Finanzierung. Dem AOK-Vorstand zufolge gibt es schon heute funktionierende praktische Ansätze, auf denen die Politik eine qualitätsorientierte Klinikreform aufbauen kann. Die Zertifizierung von Krebszentren sei ein Beispiel für bessere Behandlungsqualität durch klare Strukturen und Standards.

Prostatakrebspatienten haben seltener mit Inkontinenz zu kämpfen

Der Report zeigt u.a. auf, dass Brustkrebspatienten, die in zertifizierten Zentren behandelt werden, länger überleben. Prostatakrebspatienten hätten nach einer operativen Entfernung seltener mit Inkontinenz zu kämpfen, heißt es.

Nicht gefragt sind aus Sicht von Deh immer mehr Krankenhäuser, die komplizierte Fälle behandeln wollten, ohne dass die nötigen Strukturen und die Behandlungsroutine vorhanden seien. Abstellen muss die Politik aus Sicht von Deh auch, dass sich jedes Haus " Zentrum" nennen darf – ganz unabhängig von der Qualität, die es liefert. Andernfalls hält er die Gefahr für groß, dass Kliniken zu Zentren erklärt werden, um zusätzlich Geld zu erhalten. "

Neuer Zentrumsbegriff statt Wildwuchs in der Kliniklandschaft

Deshalb sei es gut, dass die Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern in ihren Eckpunkten den Zentrumsbegriff neufassen wolle. Damit könne bestehender Wildwuchs beseitigt werden. "Wichtig ist aber, künftig klar zu regeln, dass Kliniken, die die Anforderungen an Zentren nicht erfüllen, auch bestimmte Behandlungen nicht machen dürfen", sagt Deh. Es brauche nicht nur eine Dynamik des Besserwerdens, sondern auch des Aussortierens.

Aus Sicht von Prof. Dr. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen und Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports, kann eine Zentrenbildung einen positiven Einfluss auf die Kostensteigerung haben. Es sei zwar insgesamt illusorisch, dass die Ausgaben absolut sinken werden. Aber Zentren könnten "ein Vehikel sein, den Anstieg zu bremsen", sagt der Gesundheitsökonom. Er sehe „Effizienzreserven“ durch eine größere Bündelung.

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