Klinik -

Arzneimittelgabe Antibiotika: Hamburger Asklepios Kliniken gehen rational mit dem Medikament um

In den Häusern der Asklepios Kliniken in Hamburg nahm 2015 die Zahl der Behandlungstage mit einem Antibiotikum um 1,7 Prozent ab. Und das, obwohl die Zahl der behandelten Patienten stieg. Auch andere Krankenhäuser sind auf diesem Kurs.

Themenseite: Patientensicherheit
Antibiotika: Hamburger Asklepios Kliniken gehen rational mit dem Medikament um
Die Hamburger Asklepios Kliniken haben im vergangen Jahr weniger mit Antibiotika behandelt. -

Die vierte Auflage der „Asklepios Antibiotika Fibel“ zeigt deutlich: Die Hamburger Einrichtungen der Gruppe haben ihren Patienten 2015 weniger lange Antibiotika als noch im Vorjahr gegeben. Noch deutlicher sei die positive Entwicklung bei der Antibiotika-Verbrauchsdichte, das heißt bei der Anzahl der Tagesdosen eines Wirkstoffs auf 100 Patiententage: Diese sanken von 2013 bis 2015 um 6,3 Prozent. Besonders wichtig sei der sorgsame Umgang mit solchen Antibiotika, die als einzige bei Resistenzen gegen Standardsubstanzen noch helfen, damit die Resistenzentwicklungen eingedämmt werden könne. Dazu zählten etwa Chinolone. Deren Verbrauch konnten in den Asklepios Kliniken laut Bericht kontinuierlich gesenkt werden. Die Therapietage wurden von rund 130.000 im Jahr 2008 auf etwa 95.000 in 2015 gesenkt.

Die Asklepios Kliniken sehen sich durch die Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum sorgfältigen Umgang mit Antibiotika bestätigt. Die Klinikgruppe entwickelte in den letzten 20 Jahren ein Konzept zur Infektionsprävention, zu dem auch der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika gehört. Dazu werden u.a. in Antibiotic Stewardship-Kursen Ärzte und Apotheker berufsbegleitend zu ABS-Experten qualifiziert.

Verantwortungsbewusster Antibiotikaumgang breitet sich aus

48 Krankenhäuser aus der Ems-Dollart-Region sind kürzlich mit dem zweiten EurSafety-Qualitätssiegel ausgezeichnet worden. Um das Siegel zu erhalten, mussten diese in den vergangenen zwei Jahren u.a. erreichen, dass Antibiotika rational eingesetzt wird. „Das EurSafety-Qualitätssiegel gibt den Krankenhäusern die Möglichkeit, ihre Strategien zielgerichtet weiterzuentwickeln und für die Patienten sichtbar zu machen“, sagt Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene des K linikums Oldenburg.

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen