Anteil der Frauen in Führungspositionen stagniert

Der Frauenanteil auf den Leitungsebenen börsennotierter Unternehmen stagniert auf niedrigem Niveau.

Themenseite: Female Empowerment

Ende Januar 2011 waren laut einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung (Stand 31.01.2011) nur 3,1 Prozent der Vorstandsposten börsennotierter Unternehmen mit Frauen besetzt. 21 Frauen stehen somit 647 Männern gegenüber. Zu Anfang 2010 und 2009 (jeweils 3,0 Prozent) hat sich damit bei der Präsenz von Frauen in den Vorständen wenig verändert. Es lassen sich jedoch Differenzierungen erkennen: In mitbestimmten Unternehmen ist z.B. der Anteil weiblicher Vorstände gestiegen, in Unternehmen ohne Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hingegen gesunken.

Beim Vergleich der Frauenpräsenz nach Branchen schneiden die – angelehnt an die Einteilung durch die Frankfurter Börse – in der Branche Industrie zusammengefassten Unternehmen (Siemens AG, GEA Group AG, GESCO AG, Rheinmetall AG, ThyssenKrupp AG) noch am besten ab. Mit 9,1 Prozent Frauenanteil in der Vorstandsetage führt die Industrie das Ranking an, gefolgt von der Pharmabranche mit 7,7 Prozent. Dagegen sitzt bei Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen, im Transport- und Logistikbereich oder in der Medienbranche keine einzige Frau im Vorstand.
In den Aufsichtsräten der 160 untersuchten Unternehmen lag der Anteil weiblicher Mitglieder Anfang 2011 bei zehn Prozent. Er ist gegenüber Januar 2010 (9,4 Prozent) geringfügig gestiegen, liegt aber unter dem Wert von 2009 (10,2 Prozent). Die Arbeitnehmermitbestimmung führt zu einem höheren Frauenanteil in Aufsichtsräten. In Unternehmen mit Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil bei 11,7 Prozent. Die Kapitalseite hat darüber hinaus in Unternehmen mit ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat einen höheren Anteil von Frauen (5,6 Prozent) als in Unternehmen ohne ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat (2,6 Prozent). Die Ökonomin Marion Weckes, Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, analysiert in ihrer Untersuchung die quantitativen Geschlechterverhältnisse in Kontrollgremien und Chefetagen jener 160 Unternehmen, die in den Börsensegmenten Dax-30, M-Dax, S-Dax und Tec-Dax notiert sind. Weckes´ Analyse erscheint 2011 im vierten Jahr, so dass Vergleiche im Zeitverlauf möglich sind.
Download: http://www.boeckler.de/pdf/mbf_gender_2011.pdf

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