Forschung -

Angehende Ärzte kennen sich nicht mit Telemedizin aus

Die Bedeutung der Telemedizin steigt. Doch es gibt ein Problem: vielen angehenden Mediziner ist der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Patientenversorgung noch ein Rätsel. In der Ausbildung kommt das Thema zu kurz.

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Die elektronische Gesundheitskarte ist wohl das bekannteste Beispiel für Telemedizin in Deutschland. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele – ob Nachsorge von Rehabilitationen, Diagnosen per Videokonferenz oder die Überwachung des Insulinspiegels von Diabetespatienten mit speziellen elektronischen und vernetzten Geräten in der häuslichen Umgebung – die Telemedizin ist auf dem Vormarsch. Doch obwohl die Telemedizin künftig noch an Bedeutung gewinnen dürfte, kennen sich die meisten angehenden Ärzte mit dem Thema kaum aus, wie eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld zeigt.

Das Team um den Gesundheitswissenschaftler Christoph Dockweiler hatte deutschlandweit 524 Studierende der Humanmedizin um ihre Einstellung zur Telemedizin gefragt. Das Ergebnis: Vier Fünftel der Befragten gab an, dass sie sich im Rahmen ihres Studiums gar nicht oder nur unzureichend über Telemedizin informiert fühlen. Gleichzeitig gehen die befragten Medizinstudenten davon aus, dass die Telemedizin in Zukunft an Bedeutung gewinnt.

Information beeinflusst auf die Einschätzung

"Telemedizin kann sich nur dann durchsetzen, wenn die Ärzte die Behandlungsmöglichkeiten, die Diagnose- und Therapieeffizienz, die die Telemedizin ermöglicht, positiv einschätzen", sagt Dockweiler, einer der Autoren der Studie. Der Grad der Informiertheit hat dem Gesundheitswissenschaftler zufolge einen Einfluss auf die Einschätzung der angehenden Mediziner. Das Problem: "Telemedizin ist für viele von ihnen noch eine Black-Box", so Dockweiler.

Für angehende Mediziner ist das Studium die wichtigste Informationsquelle. Doch bisher scheint die Ausbildung an den medizinischen Fakultäten den Informationsbedarf der Studierenden zum Thema Telemedizin nicht ausreichend abzudecken. "Insgesamt müssen wir mehr in Information und Aufklärung über die Potenziale, aber auch die Grenzen neuer Technik investieren. Dies gilt nicht nur für die zukünftigen Generationen von Ärztinnen und Ärzten, sondern für alle Nutzerinnen und Nutzer", folgern die Autoren der Studie.

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