Krankenhäuser Ampel will Zuschlag für stationäre Corona-Behandlungen zahlen

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Corona-Pandemie

Die sich anbahnende Ampel-Koalition ringt um den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie. Die Fraktionen bringen nun einen Aufschlag für stationär behandelte Patienten und Patientinnen mit Corona ins Spiel, um Kliniken finanziell abzusichern.

Corona-Behandlung
Krankenhäuser sollen für jeden stationär aufgenommenen Menschen mit Corona einen Versorgungsaufschlag aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds erhalten. – © Ksenia (stock.adobe.com)

Für jeden zwischen dem 1. November 2021 und 20. März 2022 stationär aufgenommenen Menschen mit Corona sollen Krankenhäuser neben der tagesbezogenen pauschalen Vergütung zusätzlich einen Versorgungsaufschlag aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds erhalten. Das gehe aus einem Änderungsantrag der Fraktionen zur aktuellen Infektionsschutzgesetzgebung hervor, der der Presseagentur Gesundheit (pag) vorliegt.

Die exakte Höhe des Aufschlags ergebe sich demnach aus der Multiplikation eines prozentualen Anteils der Behandlungspauschale für somatische Krankenhäuser mit der durchschnittlichen Verweildauer von Patienten und Patientinnen mit Corona. So laute der Antrag: „Der Ermittlung des Versorgungsaufschlags wird (…) ein Anteil von 90 Prozent der Pauschale nach der Covid-19-Ausgleichszahlungs-Anpassungs-Verordnung bzw. nach der Anlage zu dieser Verordnung zu Grunde gelegt.“ Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten und Patientinnen beziffern die Fraktionen unterdessen auf 13,9 Tage.

Erlösausfälle ausgleichen durch Versorgungsaufschlag

Unterstützung sollen Krankenhäuser erhalten, „deren interne Arbeitsabläufe durch ansteigende Behandlungszahlen von mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten belastet sind“. Die über den Versorgungsaufschlag generierten Einnahmen dürften den Häusern somit dazu dienen, anderweitig durch die Behandlung der Corona-Patienten erlittene Erlösausfälle vorerst auszugleichen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüße die angedachte Regelung in einer Stellungnahme grundsätzlich. Nach Ansicht der DKG konterkariere das Modell jedoch die in der Pandemie gewachsenen Netzwerkstrukturen. Sie mahne deshalb an: „Eine alleinige Berücksichtigung der Covid-19-Fälle beim Versorgungsaufschlag greife insofern zu kurz, da beispielsweise im Rahmen dieser Netzwerke Krankenhäuser die Corona-Versorger von der Behandlung der Grund- und Regelversorgung entlasten und dafür Kapazitäten freihalten.“