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Allergenkennzeichnung: Pflicht zur Kennzeichnung ja, Strafen nein

Seit dem 13. Dezember 2014 ist die vorläufige Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) in Kraft. Seither müssen auch bei losen Waren insgesamt 14 Allergene gekennzeichnet werden. HCM hat nachgefragt, was sich in den letzten zwei Monaten getan hat und wo sich Probleme bei der Umsetzung zeigen.

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Allergenkennzeichnung: Pflicht zur Kennzeichnung ja, Strafen nein
Welche Allergene sind in diesem Gericht enthalten? Eine Antwort auf diese Frage müssen Krankenhäuser ihren Patienten seit Ende letzten Jahres liefern können. -

Putenmedaillons in Zitronensauce mit grünen Bandnudeln stehen auf der Speisekarte der Klinik Gastronomie der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf (UKE). Wie gesetzlich vorgeschrieben fehlt der Hinweis auf die im Gericht enthaltenen Allergene nicht. Die Klinik weist sie in Klammer hinter dem Gericht mit den Großbuchstaben aus. A, F und G steht dort geschrieben. Ein Blick in die Legende, die am Ende der Seite zu finden ist, gibt Aufschluss darüber, was mit diesen Großbuchstaben genau gemeint ist. A steht auf dem Speiseplan der Universitätsklinik für glutenhaltiges Getreide, F für Erdnüsse und G für Milch einschließlich Laktose.

Keine klaren Vorgaben für die Kennzeichnung

So wie das UKE weisen allerdings nicht alle die verwendeten Allergene aus. Das Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh setzt auf die Kennzeichnung mit Zahlen, auf den Speisenplänen der Kliniken der Universitätsmedizin sind die Allergene mit Hilfe von Kleinbuchstaben ausgewiesen. Grund für die unterschiedliche Kennzeichnung ist, dass der Gesetzgeber für die Art und Weise der Kennzeichnung keine klaren Vorgaben gemacht hat. Folglich kann jede Einrichtung selbst gewählte Buchstaben, Zahlen oder Symbole verwenden. "Die Umsetzung ist zum Teil völlig willkürlich", sagt Sabine Schnadt vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). So richte sich die Systematik in vielen Fällen weder nach dem Alphabet noch nach der Reihenfolge, in der die ­Allergene im Gesetz aufgeführt sind.

Die Oecotrophologin fordert deshalb Nachbesserungen. Sie spricht sich für die Verwendung von Klarnamen aus.  Im Klartext heißt das, wenn in einem Gericht beispielsweise Senfsamen enthalten sind, müssen diese nach Ansicht von Schnadt auch als Senfsamen ausgewiesen werden. Schließlich könnten bei einer Kodierung mit Zahlen oder Buchstaben schnell Fehler passieren.

Auflistung der Allergene kann verwirrend sein

In der allgemeinen Speisekarte alle Allergene aufzuführen, hält Ingrid Hartges dagegen für eine Zumutung. "Das verunsichert", findet die Hauptgeschäftsführerin des DEHOHA-Bundesverbandes (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband). Zum einen bräuchten die meisten Konsumenten, die gar keine Allergien haben, diese Zusatzinformationen nicht in ihrer Karte. Zum anderen wüssten viele gar nichts damit anzufangen, z.B. mit dem Begriff Lupinen. Doch diese sind seit dem 13. Dezember 2014 als Allergene ebenso deklarationspflichtig wie Sellerie, Erdnüsse oder Sesamsamen. Die geltende gesetzliche Regelung mache allerdings den Einsatz einer separaten Allergikerkarte, eines Ordners oder einer "Kladde" möglich.

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