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Notfall- und Krisenmanagement Alarm- und Einsatzplanung sind Pflicht

Bei der Katastrophenplanung sämtliche sprichwörtlichen Teufel an die Wand zu malen, mag auf den ersten Blick übervorsichtig erscheinen. Sich für alle denkbaren Großschadenslagen zu wappnen, kann jedoch nicht nur Leben retten, sondern ist darüber hinaus Pflicht.

Themenseite: Patientensicherheit

Jedes Bundesland macht klare Vorgaben für die Katastrophenplanung. Die entsprechenden Regelungen verbergen sich von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern in unterschiedlichen Gesetzen und Regelwerken. Wo diese sicherheitsrelevanten Paragrafen zu finden sind, erörterte Frederik Meilwes von der Detmolder Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) auf der jüngsten Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe Rheinland-Pfalz-Saarland. Wichtig ist aus seiner Sicht, dass sich Klinikbetreiber und ihre Teams auf die spezifischen Risikosituationen in ihrer Umgebung einstellen. Mitarbeiter mit z.B. einem großen Chemiebetrieb in der Nähe müssen auf andere Großschadenslagen vorbereitet werden als Personal in der Nähe von Flughäfen. Ihnen, um der Pflicht Genüge zu tun, allgemeingültige Muster-Katastrophenpläne in die Schubladen zu legen, habe wenig Sinn. Diese wichtigen Handlungsleitfäden müssen für jedes Haus unter Berücksichtigung seiner speziellen externen und internen Gefahren und Gegebenheiten individuell erarbeitet werden. Im Idealfall sollten klar definierte Funktionsträger mit leicht verständlichen Checklisten durch die Ausnahmesituation geführt werden.

Auswirkungen nicht unterschätzen

Unterschätzt werde oft, wie weit Großschadenslagen, z.B. große Unfälle mit einem Massenanfall an Verletzten, in die Region abstrahlen könnten. Immer bedeutsamer würden darüber hinaus auch erst in jüngerer Zeit relevant gewordene Risiken wie Terror- oder Amoklagen, Pandemien und technische Havarien, der Ausfall der IT, von Gefahrenstoffen in der Klinik ausgehende Risiken und Ähnliches. Situationsgerechtes Handeln in einer Krisensituation dürfe nicht dem Zufall überlassen sein oder vom beherzten agieren Einzelner abhängen, betonte Meilwes, sonst gerate man in die Gefahr der Fahrlässigkeit. Eine sorgfältige und realistische Personalplanung sei daher das Herzstück jedes Katastrophenmanagements. Funktionen, Kompetenzen und erforderliche Tätigkeiten müssen klar zugeordnet werden. Vor allem sollte sichergestellt sein, dass im Ernstfall genügend Personal verfügbar ist. Das könne man z.B. mit Hilfe eines Alarmservers gewährleisten, der per SMS unverzüglich eine große Zahl dienstfreier Mitarbeiter in die Klinik ruft.

Klare Kommunikationsstrukturen, die auch bestehen, wenn Handynetze zusammenbrechen, sind für die Handlungsfähigkeit im Katastrophenfall ebenso grundlegend wie die Anschaffung und Bevorratung von genügend Verbandsmaterial oder Medikamenten. Versorgungswege, um unter Umständen schnell an mehr zu kommen, oder beim Ausfall der IT oder der Stromversorgung automatisch mit Nachschub beliefert zu werden, müssen ebenfalls im Vorhinein organisiert werden. In der Krankenhauslandschaft habe sich schon einiges getan, aber noch sei bei der Vorbereitung auf Krisen und Notfälle „Luft nach oben“, so Meilwes. Seine zentrale Botschaft lautet: Kliniken sollten sich bewusst sein, dass sie in der Verantwortung sind. Realistische Schadenslagen, die für ihre Kliniken relevant sind, müssen vorbereitet werden. Die Präsentation finden Sie unter www.fkt.de im Bereich Wissen/Tagungspräsentationen.Maria Thalmayr

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